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Quousque tandem? Wie lange noch Professor Alfons Hofstetter die „Sorores Fratesque in Cerevisia“, die Starkbierfreunde also, mit seinen Krüglreden erfreut, ist offen. Heuer könnte es das letzte Mal sein. Vielleicht greift der „Bruder Barnabas von Unterhaching“ aber auch 2018 noch einmal zu Mikrofon und Starkbierkrug. 

Starkbieranstich bei der CSU Unterhaching

Krüglredner denkt ans Aufhören

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Mit 78 Jahren könnte es Zeit werden, Schluss zu machen. Der Grund, warum der Krüglredner vom Unterhachinger CSU-Starkbieranstich ans Aufhören denkt, ist aber ein anderer.

Unterhaching– Wird es heuer seine letzte Krüglrede? So ganz steht das noch nicht fest. Beim Starkbieranstich der CSU Unterhaching an diesem Freitag greift Professor Alfons Hofstetter auf jeden Fall nochmal zum Mikrofon, um den Politikern die Leviten zu lesen. Ob er das auch 2018 wieder tut, hängt unter anderem davon ab, wer im Mai neuer CSU-Ortsvorsitzender wird.

Natürlich spricht Alfons Hofstetter auch bayrisch. „Schwommas obe“ lautet regelmäßig seine Aufforderung, in der Fastenzeit vom „flüssigen Brot“, also dem Starkbier, einen Schluck zu nehmen. Ebenso gern mischt der 78-Jährige aber Ausflüge ins Lateinische in seine Reden. Die„Sorores Fratesque in Cerevisia“ verstehen das schon.

Eben diese Unterhachinger Starkbierfreunde erfreut Hofstetter seit 2002 mit seinem feinen Wortwitz. Nur einmal, im Jahr 2009, musste er aussetzen – damals war der international renommierte Urologe aus Ärger über die Gesundheitspolitik von Ministerpräsident Horst Seehofer ein paar Monate zuvor aus der CSU ausgetreten. „Da hatten sie wohl Angst, ich könnte etwas Falsches sagen“, blickt Hofstetter zurück.

Und jetzt, 2017, macht Hofstetter sich so seine Gedanken. Übers Aufhören. „Nächstes Jahr werde ich 80, und wenn meine Gesundheit mitspielt, würde ich es noch einmal machen.“ Ein letztes Mal. Die Einschränkung: „Sofern die CSU das 2018 überhaupt noch will.“

Zweifel hegt Hofstetter mit Rückblick aufs Redeverbot von 2009. Damals war Christian Dollinger noch CSU-Ortsvorsitzender – und er erwartete offenbar eine gewisse Parteitreue. Stefan Zöllinger, der 2010 an die Spitze des Ortsverbands rückte, sah dies lockerer und holte Hofstetter wieder zurück ans Rednerpult. Heuer im Mai allerdings wird Zöllinger den Ortsvorsitz abgeben. Und Hofstetter ist sich „nicht sicher, ob der neue Ortsvorsitzende mich nächstes Jahr überhaupt als Krüglredner haben mag“.

Fest steht, dass Zöllinger als CSU-Ortsvorsitzender abtritt. „Ja, tatsächlich werde ich nach sieben Jahren und zwei Monaten – als bisher längstgedienter Ortsvorsitzender der CSU Unterhaching im Amt – im Mai nicht mehr für eine Wiederwahl antreten“, sagt der 48-Jährige. „Ich möchte mein „Lieblingshobby“ verstärkt auf die politische Arbeit im Gemeinderat fokussieren und die diesbezüglich zur Verfügung stehenden Zeiten mit meinen Prioritäten Beruf und Familie in Einklang bringen.“ Zu Hofstetter und dessen Job als Krüglredner sagt er: „Es obliegt ausschließlich unserem Professor, wie lange er den Krüglredner weitermachen kann und möchte. Selbstverständlich wollen wir diese seit mehr als 40 Jahren gepflegte Traditionsveranstaltung weiterführen, und je nach Situation müsste man einen neuen Krüglredner und ein zu diesem passendes weiterentwickeltes Veranstaltungsformat finden, was nicht einfach sein wird.“

Der Starkbieranstich der CSU Unterhaching beginnt am Freitag, 17. März, um 19 Uhr in der Hachinga-Halle. Einlass ist ab 18 Uhr, dazu spielt die Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Platzreservierungen sind möglich per Mail an die Adresse starkbier@csu-unterhaching.de oder per Fax an 089 / 61 44 09 66. Der Eintritt ist frei.

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