Den „Blick dahinter“ werfen die Künstler (v.l.) Uta Schütze, Glenn Rossiter, Robert Gräf, Adela Elibol, Dietmar Wellmann und Gerry Schläger bei ihrer Ausstellung im Unterhachinger Kubiz. Foto: Robert Brouczek

Künstler legen Gedanken und Gefühle frei

Unterhaching - Hinter die Fassade schauen, sich Zeit nehmen, Dinge zu entdecken und scheinbar Oberflächliches zu entlarven - die Künstlergruppe „ARTtoUS“ möchte genau dazu anregen.

In ihrer aktuellen Ausstellung plädieren die Maler, Fotografen und Objektkünstler im Kunstforum des Unterhachinger Kubiz für den „Blick dahinter“. Mit verschiedenen Ausdrucksmitteln betrachten die Kreativen aus München ein schier unerschöpfliches Thema: das Leben. Dabei nehmen sie vor allem ihre unmittelbare Umgebung unter die Lupe. Sie stellen in ihren Werken das Besondere, das Skurrile, sie beobachten Menschen, die Natur und nähern sich darüber hinaus aktuellen Themen.

Die Ausstellung „Der Blick dahinter“ deckt ein breites Spektrum ab, zeigt sehr anschaulich die unterschiedliche Arbeitsweise der verschiedensten Persönlichkeiten und verdeutlich darüber hinaus, was ihnen die Kunst bedeutet.

So geht es Uta Schütze darum, Erlebtes, Gelebtes und Gefühltes in ihren Werken zum Ausdruck zu bringen. An einem dünnen, billigen Bügel - man kennt sie aus der Reinigung - hat Schütze etwas Wertvolles angebracht: Eine bemalte Weste, auf die sie Erinnerungen gezeichnet hat. Der Eiffelturm ist beispielsweise zu sehen, eine Sonne, ein lachendes Strichmännchen. „Erinnerungsstoffe“ hat Schütze diese Arbeit genannt. Bei anderen Arbeiten treffen zwei unterschiedliche Bereiche aufeinander. Die Künstlerin bringt auf einem farbigen Bild Teil aus dem Innenleben eines Computers an, verbindet so Technik und Malerei.

Großformatige Bild in Öl stellt Marion Kropp aus. Zwei Bilder, die in der Ausstellung aber nicht nebeneinander hängen, spiegeln zwei Lebensphasen wider - die eines jungen und die eines alten Menschen. Kropp setzt auf die Macht der Farben und lässt ihre Arbeiten durch ihre oft feingliedrigen Figuren, die in wild gewebten Schichten erscheinen, geheimnisvoll wirken. Die warmen Töne überwiegen beim jugendlichen Menschen, dunkle Schatten sind beim Bild „Alter“ zu sehen. „Meine Hand arbeitet ohne meinen Kopf. Meine Augen beobachten wie die einer Fremden“, beschreibt die Künstlerin ihre Arbeitsweise. „Es entstehen Abbilder des Geistes, die das Innerste, die Gedanken und Gefühle, freilegen.“

Die Natur hat Gerry Schläger beobachtet - mit der Kamera. Vier Fineartprints zeigen die langsame Entwicklung in einer wunderschönen Schneelandschaft, verbunden mit der Hoffnung „Der Frühling kommt“.

In kleinformatigen Arbeiten reflektiert Glenn Rossiter über den Menschen, über dessen Fehler, Träume und Sehnsüchte. Licht spielt für den Künstler eine entscheidende Rolle. „Licht kreiert die Farbe und die Farbe kreiert die Emotion.“ Eine einzige Beobachtung zu machen und diese aus mehreren Aspekten zu beleuchten, sei für ihn „wie ein Drama auf Leinwand zu bannen - ein Thema bestehend aus mehreren Akten, im Finale gipfelnd.“

Bernadette Heimann

Die Ausstellung ist bis 28. Februar im Kubiz-Kunstforum in Unterhaching zu sehen.

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