Kultur lockt 15428 Zuschauer an

Unterföhring - Das Kulturjahr 2011 in Unterföhring verlief sehr erfolgreich: 49 Veranstaltungen lockten 15 428 Zuschauer an.

„Sehr stattlich“, „sehr respektabel“: Viel Lob erntete die Bilanz des Kulturjahres 2011 von Bürgermeister Franz Schwarz (SPD). Florian Nagel, der Kulturamtsleiterin Barbara Schulte-Rief während ihrer Elternzeit vertritt, stellte die Bilanz im Kulturausschuss vor.

Der Bürgermeister hob hervor: „Schön ist, dass wir trotz sehr unterschiedlicher Veranstaltungen einen Zuschauerdurchschnitt von 400 Gästen im Bürgerhaus haben.“ Maximal bietet der große Saal 609 Plätze, bei Tischbestuhlung aber nur 260, was den Durchschnitt senkt. Zu den Veranstaltungen in der der Aula (maximal 300 Plätze) kamen im Durchschnitt 200 Zuschauer. Zudem wurden 125 Gutscheine für Veranstaltungen verkauft. Andreas Post (SPD) regte an, künftig maximale Kapazität und Zuschauerzahlen ins Verhältnis zu setzen: „So könnte man die Auslastung darstellen.“

Bei weitere 29 Veranstaltungen - Ausstellungen, Kindertheater und Jazzkonzerte - war der Eintritt kostenfrei. Die Gemeinde bezuschusste alle 78 Veranstaltungen im Jahr 2011 mit rund 400 000 Euro. Eine differenzierte Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben wird das Kulturamt noch vorlegen.

Die Konzertveranstaltungen zogen 6641 Gäste an, 4195 Besucher gingen ins Theater, 2987 Gäste schauten bei den Kabarettveranstaltungen zu. Die Lesungen lockten 478 Besucher, die Literatur und Musikabende 556 Gäste und die Kindertheater-Veranstaltungen 580 Zuschauer an.

Als „Trauerspiel“ bezeichnete Schwarz allerdings die Verteilung des neuen Programms für das erste Halbjahr 2012: Die Gemeinde hatte einen Verlag damit beauftragt, 30 000 Programme auszutragen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 4487 Euro, die alternativen Angebote der Post (8687 Euro) oder eines anderen Zeitungsverlags (5700 Euro) waren kostenintensiver.

Allerdings nahmen die Austräger die Richtlinien sehr ernst: Sie warfen die Programme nicht in Briefkästen, auf denen der Hinweis klebte „Bitte keine Werbung“. „Viele Bürger haben reklamiert, dass sie kein Programm erhalten haben“, berichtete Bürgermeister Franz Schwarz. Die überschüssigen Exemplare gab der Verlag nicht an die Gemeinde zurück, die Austräger vergrößerten stattdessen den Verteiler-Radius. „Wir haben keine Kontrolle, wo die Hefte verteilt werden“, sagte Schwarz.

Er warf die Frage in die Runde: „Stellen wir den Verlag von der Verteilerrichtlinie frei?“ Andreas Post (SPD) sprach sich dafür aus, dies zu riskieren und auch bei Werbungsverweigeren ein Programm einwerfen zu lassen: „Wenn das im großen Stil zu Beschwerden führt, machen wir es im nächsten Jahr nicht mehr.“ Diese Meinung teilte auch Josef Ebert (CSU). Und Günther Ernstberger (PWU) lieferte das Argument: „Es handelt sich beim Kulturprogramm nicht um Werbung, sondern um eine Information der Gemeinde. Wir verfolgen ja schließlich keine gewerbliche Gewinnabsicht.“

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat, denselben Verlag zu beauftragen, aber mit der Vorgabe, auch Werbeverweigerer zu beliefern - das Risiko trägt die Gemeinde. Charlotte Borst

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