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Kunstvolles Faltbuch von Tanja Xeller.
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Volles Haus bereits kurz nach dem Startschuss der Nikolaus-Dult in der Mehrzweckhalle.
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Zauberburgen aus Holz fertigt Stefan Lüpges vor den Augen der Besucher an. Seine Dekupiersäge zog Bl icke auf sich.

Kunsthandwerk auf der Nikolausdult in Sauerlach

Knopfauge, wie süß

Sauerlach – Die Zeichen stehen auf Advent. Wohl dem, der da gerüstet ist, mit vorweihnachtlichem Schmuckwerk. Entsprechend groß die Nachfrage auf der Nikolaus-Dult. Bis zum Ende des Hand- und Kunsthandwerkermarktes kamen mehrere 1000 Besucher. 93 Werkstätten und Künstler boten in der Sauerlacher Mehrzweckhalle ihre Werke feil.

Hein Tüddel, eine Ratte mit Tattoo, und Erdmännchen Rüdiger ziehen die Blicke auf sich. „Das hier ist unser Eisbrecher Lutz“, deutet Jutta Strehl lächelnd auf den Terrier in ihrem Arm. Sie ist Puppenspielerin, und ihre Standgefährten sind allesamt Tierfiguren aus der Manufaktur Barleben in Freiburg. „Och, sind die süüüß“, entfährt es nicht nur Kindern. Die „Pelzchen“ der Puppen stammen aus der Traditionsweberei Steiff-Schulte, sind aus Mohair, dem Echthaar der Angora-Ziege. Nicht nur auf Theaterbühnen, gerade im Therapiebereich und Krankenhäusern kommen die Tiere zum Einsatz. Viele Psychologen und Ärzte wissen den Charme der treuen Knopfaugen zu nutzen. „Die Polizei hat sie häufig bei der Verkehrserziehung an Schulen dabei“, erläutert Jutta Strehl. Die Kinder seien dann viel aufmerksamer. Zwölf Mitarbeiter, vom Ladentisch bis zur Nähmaschine, kümmern sich um die pelzigen Geschöpfe, jedes einzelne ein Unikat.

Tanja Xeller aus Olching hingegen beschäftigt sich mit Büchern. Nicht, um sie zu lesen, sondern um sie zu falten. „Keine Seite ist geschnitten oder geklebt, alles ist Sache der Präzision und Technik“, sagt die Künstlerin. Ein Herz im Herz oder die Worte „Eat Pray Love“ – beim Betrachten der aufgeschlagenen Bücher ist es fast nicht zu glauben. In der Kunstpassage am Bayerischen Hof sind einige der Objekte zu sehen. „Es ist das fünfte Fenster von links“, lädt die 47-Jährige gern ein. Wenige Stände weiter bietet die Kalligraphin Ariane Starczewski geschmackvolle Kunstkarten und Illustrationen an. Für sie ist heuer ein Jubiläum. Seit 20 Jahren ist die Ulmerin auf den Sauerlacher Dulten dabei und hat längst ein treues Stammpublikum gewonnen.

Ein Blickfang sind auch die Zauberburgen des Holz-Künstler Stefan Lüpges. Seine Werkstatt befindet sich bei Nürnberg. Vor 28 Jahren fing er mit Holzspielzeug an, heute ist er auf Burgen und Schlösser spezialisiert. „Man kann sie zusammendrücken wie eine Holzscheibe oder auseinanderziehen, dann werden sie zum stolzen Gemäuer“, erläutert er das Prinzip. Seine Vorführungen an einer selbst modifizierten Dekupiersäge kommen gerade beim männlichen Publikum gut an. Lüpges hat dort einen gut 90 Jahre alten Staubsauger integriert, der kümmert sich um die fliegenden Späne.

Veranstalterin Alicja Pallion vom Forum für Hand- und Kunsthandwerk hat an den drei Dult-Tagen alle Hände voll zu tun. Endlich gönnt sie sich mal eine Pause, trinkt im Bistro der Mehrzweckhalle eine gepflegte Tasse Kaffee. Gesellschaft leistet ihr Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner. Sie ist Stammgast, kommt seit Jahren her, um sich mit Geschenken fürs Fest, auch Nützlichem zu versorgen. Heuer hat sie Honig vom Imker in Großeichenhausen gekauft, Wein vom Bio-Winzer und längenverstellbare Orchideenstäbe aus Glas. Und einen handgefertigten Besen. „Mit dem fliege ich jetzt gleich nach Hause“, sagt sie gutgelaunt und lacht.

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