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Bunte Bilder-Collage zum Thema Heimat.

Mittelschule Haar

Kunstprojekt: Heimat in vielen Facetten

Was und wo ist Heimat? Viele Antworten geben die Mittelschüler in Haar, die aus zig Nationen kommen. Ein sehr emotionales Projekt. 

Haar – Es geht um Hoffnung, Erinnerung, ganz persönliche Erlebnisse. „Das Projekt war oft mit Tränen verbunden“, sagt Lehrerin Stefanie Henkel. „Heimat – wo ist das?“ lautete die Frage für viele Mittelschüler in Haar. Die Kinder der Übergangsklasse Ü5 und der Regelklasse 9cM haben diese Frage mit Bildern beantwortet. 40 auf Leinwand gezogene Fotos geben ihre Antworten.

20 Schüler mit Migrationshintergrund, deren Eltern aus Albanien, Bosnien, Italien oder Rumänien auf der Suche nach Arbeit nach Deutschland gekommen sind, drücken gemeinsam mit Kriegsflüchtlingen aus Syrien in der Übergangsklasse Ü5 bei Henkel die Schulbank. Für die Kinder geht’s vor allem um das Erlernen der deutschen Sprache. „Ich fange aber nicht an mit Begriffen wie Bruder, Schwester, Onkel oder Oma, denn das ist bei den meisten ein wunder Punkt, der viele sehr traurig macht“, erzählt Lehrerin Henkel. Alle kommen in Haar mit dem gleichen Gefühl an. „Sie haben einfach nur Heimweh.“

Die Schüler von Markus Fauth in der 9cM haben sich mit deutschen Jugendlichen gemischt, verfügen über mehr Erfahrungen mit der für sie neuen Kultur und Umgebung, haben meist schon viele Freunde gefunden und sind eingebunden in Vereine und Netzwerke. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Julia Horn kam Henkel und Fauth im Zuge einer Fortbildungsmaßnahme von „Kinder und Jugendliche Willkommen“ der Hilfsorganisation „Care“ die Idee, das Wort Heimat mit Erinnerungen, Assoziationen und Bildern zu füllen.

Vier Monate lang beschäftigten sich die Kinder und Lehrer mit den Fragen: „Kann man Heimat überall finden oder gar zwei Heimaten haben?“ oder „Trägt man die alte Heimat immer im Herzen?“ „Wo will ich hin?“ oder „Werde ich hier bleiben und meinen Lebensmittelpunkt finden?“ Dabei ging es zunächst einmal zurück in die Vergangenheit. Die Lehrer führten die Schüler zu ihren Wurzeln, gestalteten mit ihnen Stamm- und Lebensbäume, in denen sie ihre Verwandten eintrugen, aber auch ihre Prägungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten benennen konnten. „Fast überall findet man die Wort Liebe, Freundschaft und Familie, Respekt, Hilfsbereitschaft, aber auch traurig und einsam sein“, erzählt Horn.

Amila (11) rührt das Foto ihrer alten Klass ein Bosnien sehr.

Es folgte ein Akrostichon, bei dem jeder Buchstabe des eigenen Herkunftslandes eine Assoziation zugeordnet werde musste. Und dann „letztlich das Schwierigste“, sagt Horn. Nämlich ein passendes Foto als Symbol für die Heimat finden. „Es ist schön zu sehen, was Kinder brauchen, um sich wohl zu fühlen und wie vielfältig der Begriff Heimat sein kann“, sagt sie.

Für Mustafa aus Kurdistan ist es der Gebetsteppich, für Sebastian aus Ebersberg die Weißwurst mit süßem Senf, für Amila aus Bosnien ihre alte Schulklasse, die ihr zum Abschied zuwinkt. Die Elfjährige ist seit sechs Monaten in Deutschland und „noch traurig“. Amila hält intensiven Kontakt zu alten Freunden, und „ich habe meinen Klassenkameraden schon viele Bilder meiner neuen Schule geschickt.“ Und sie „war auch schon mal wieder in Bosnien – bei mir zu Hause.“

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