Ländlich? Rathauschef findet’s lächerlich

Baierbrunn - Dörflich oder städtisch? Baierbrunn streitet derzeit mächtig über seine Identität. Während eine Freien-Gruppierung eine Ortsgestaltungssatzung fordert, kommt von Bürgermeister Eugen Kramer dazu ein klares Nein.

Die Freien-Gruppierung „Unabhängige Wählergruppe Baierbrunn“ (ÜWG) wirft in einer jüngst erschienenen Ausgabe der „Baierbrunner Streiflichter“ die provokant gemeinte Frage auf: „Quo vadis, Baierbrunn?“ Karl-Otto Sippel und Horst Meißner äußern in dem mehrseitigen Pamphlet die Sorge, dass es der Gemeinde tatsächlich ernst damit ist, durch bauliche Vorgaben auf den ländlichen Charakter der 3000-Seelen-Gemeinde hinzuwirken. Die unterschiedlichen Häuserformen erinnerten sie vielmehr an einen „Baumusterkasten“, ätzt das Autoren-Duo. Man frage sich: „Passt das wirklich alles zusammen?“ Sie kommen zu dem Schluss: „Harmonisch sieht anders aus.“ Angesichts der bestehenden Baulücke im Ort und der Ausweisung von neuen Baugebieten sei die Zeit für eine Ortsgestaltungssatzung überreif.

Bürgermeister Eugen Kramer (CSU) kann über diese Sichtweise nur lachen. „Es ist ja nichts Neues, wenn Freien-Gruppierungen so etwas fordern“, sagt er im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Geradezu nüchtern hält der Rathauschef dann fest, was er von einer Ortsgestaltungssatzung für Baierbrunn hält: „nichts“. Zum einen, weil sie rechtlich kaum durchsetzbar sei: So seien weit mehr als 90 Prozent der Klagen gegen solche Vorschriften von Erfolg gekrönt. „Dann fällt die Ortsgestaltungssatzung in sich zusammen.“ Zum anderen sei sie schlichtweg nicht notwendig, findet Kramer: „Ich kann einen ländlichen Charakter in unserem Ort nicht erkennen.“

Rafael Sala

(weitere Details am Dienstag in der Print-Ausgabe)

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