„Der Baam bleibt da!“ Das sei potenziellen Dieben gleich gesagt. Da hat Bürgermeister Werner van der Weck persönlich seine Hand drauf. Foto: sab

Lästige Bürokratie hemmt Maibaum-Freude

Feldkirchen - Feldkirchen - Auf dieses Prachtstück passt die Feldkirchner Blaskapelle extrem gut auf. Damit niemand den neuen Maibaum stiehlt, bevor er auf dem Hindenburgplatz aufgestellt wird. Die 36 Meter lange Fichte, im Ebersberger Forst gewachsen, liegt nun gut bewacht auf dem Mermi-Hof bis zu ihrem Einsatz am 1. Mai.

Bis dahin steht aber in den kommenden Wochen den Mitgliedern der Blaskapelle viel Arbeit bevor: Die Fichte wird geschepst, gehobelt, geschliffen, grundiert und entlang der Schnürung bemalt. Die Frauen der Kapelle haben sich bereits um die Sanierung der Zunfttafeln gekümmert, die jedes Jahr einen neuen Anstrich bekommen.

Die erste Maibaumwache am Samstagabend übernahm der Chef der Kapelle, Werner Meier, höchstpersönlich, obwohl ihm die Erschöpfung des Maibaum-Einholens anzusehen ist. „Jetzt schnauf ich erst mal durch, ich bin gottfroh, dass der Baum ohne Zwischenfälle hier angekommen ist.“

Von der Hohenlindener über die Aschheimer bis in die Otto-Straße wurde die Fichte von einem Traktor gezogen, festgezurrt an mehreren Aufliegern. Ganz schön knifflig war die enge Einfahrt in den Mermi-Hof, Meiers ganze Fahrkünste auf dem Traktor mit mehrmaligem Rangieren waren nötig, bis der lange Stamm endlich in der Hofeinfahrt platziert werden konnte.

Meier schätzt den Baum auf gut 80 bis 100 Jahre. Der Stamm hat knapp 70 Zentimeter Durchmesser. Stifter Georg Mermi war im Januar selbst mit im Ebersberger Forst und hat den Baum mit ausgesucht: „Er war eindeutig der Schönste.“

Neun Maibäume hat die Feldkirchner Blaskapelle seit 1972 aufgestellt. „Immer mit einer Mordsgaudi“, sagt Werner Meier. Dieses Jahr aber war es nicht nur die körperliche Anstrengung, die seine Musiker gefordert hat. „Die Bürokratie hat mich in diesem Jahr ganz besonders viele Nerven gekostet.“ Zur Absicherung des Transports mussten nämlich ‘zig Vorschriften der Straßenverkehrsordnung beachtet werden, Haftungserklärungen sowie Versicherungsnachweise kamen dazu. Die bürokratischen Hürden passten nicht dazu, wenn „alle stets betonen, wie wichtig es sei das Brauchtum zu erhalten“.

Kommunale Rückendeckung zumindest ist da: Bürgermeister Werner van der Weck freut sich schon darauf, dass er bei der Maibaumwache dabei sein darf. Am Gründonnerstag ist es soweit, ab 18 Uhr wird er den Dienst in der Maibaumhütte antreten. „Das ist für mich eine besondere Ehre. Ich gebe auf jeden Fall gut auf ihn acht!“ Muss er auch, damit die Feldkirchner am 1. Mai um ihren Prachtbaum feiern können. sab

Auch interessant

Kommentare