AOK stellt Statistik zu Krankheitstagen vor

Landkreis kränkelt kaum

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In Erding sind es weniger als im Vorjahr, im Landkreis Ebersberg mehr als ein Jahr zuvor und im Kreis München ist die Zahl der Krankmeldungen im Jahr 2017 gleich geblieben. Allen drei Landkreisen in der Nähe zur Landeshauptstadt ist jedoch eines gemeinsam: Die Arbeitnehmer hier haben sich weniger oft krank gemeldet als die Beschäftigten im bayernweiten Vergleich es taten. Sind sie deswegen aber wirklich gesünder, oder gehen sie nur seltener zum Arzt – trotz ihrer Beschwerden?

Landkreis – Die AOK Bayern hat für das Jahr 2017 die Zahl der Krankmeldungen landkreisweit erhoben und zieht daraus folgende Schlüsse: Im Landkreis München lag der Krankenstand mit 3,7 Prozent unter dem Bayernwert von 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich unverändert genau so viele Beschäftigte krank gemeldet, so die Gesundheitskasse.

In Ebersberg sind die bei der Gesundheitskasse versicherten Arbeitnehmer auch gesünder als im bayernweiten Vergleich. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich etwas mehr Beschäftigte krank gemeldet. Der Krankenstand stieg in Ebersberg marginal um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Der Landkreis Erding liegt mit 4,3 Prozent Krankheitstagen auch noch knapp unter dem Bayernwert.

In allen drei Landkreisen gilt: Obwohl im vergangenen Jahr weniger Arbeitnehmer wegen Erkältung Zuhause bleiben mussten, waren Atemwegserkrankungen der häufigste Grund für eine Krankschreibung. Am wenigsten husteten die Bürger im Landkreis München, am meisten die Erdinger, wo eine saftige Erkältung für fast 43 Krankmeldungen pro 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder die Ursache war. Im Landkreis Ebersberg waren es etwa 40 Prozent.

„Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krankheitsarten immer noch die meisten Ausfalltage“, sagt Bernhard Frey von der AOK in Ebersberg. Diese Aussage gilt übrigens für alle drei Landkreise gleichermaßen.

„Um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, unterstützen wir Unternehmen aus unserer Region beim betrieblichen Gesundheitsmanagement“, sagt Angela Adelsperger-Birk von der Erdinger Gesundheitskasse. Allein im AOK-Direktionsbereich Erding nutzen jährlich rund 30 Unternehmen diesen Service. Im Direktionsbereich München sind es hingegen insgesamt 450 Unternehmen, die dieses Angebot wahrnehmen, rechnet Direktor Robert Schurer vor.

Nicht immer sind es körperliche Beschwerden, die die Beschäftigten arbeitsunfähig machen. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 17 Kalendertage krank, in Ebersberg waren es im Schnitt 14,3 Tage. Davon entfielen statistisch 2,2 Fehltage auf psychische Erkrankungen, im Landkreis München waren es deswegen 2,5 Ausfalltage. Was die Gesamtzahl der Krankheitstage betrifft, liegt der Landkreis Erding mit 15,5 pro Arbeitnehmer und Jahr vor dem Landkreis Ebersberg und dem Landkreis München mit 13,5 Tagen.

Unverändert gibt es in Bayern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während in Oberfranken der Krankenstand mit 5,4 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,1 Prozent. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote in Nordbayern signifikant höher als in der Region München. Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass der mit einer Vollbeschäftigung einhergehende Stress so ungesund gar nicht ist. Oder aber, dass die Angst um den Arbeitsplatz krank macht.

Die Ursachen für das Nord-Süd-Gefälle liegen laut Gesundheitskasse jedoch ganz woanders: „Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften. Oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer.“ Eine einfache Erklärung hat die Industrie- und Handelskammer München: Wenn in den Unternehmen die Stimmung aufgrund der wirtschaftlichen Lage gut sei, sinke die Krankheitsrate.

Rubriklistenbild: © dpa

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