Experten rechnen mit massivem befall

Borkenkäfer ist weiter auf dem Vormarsch

Landkreis - Mit einem harten Jahr müssen Waldbesitzer heuer rechnen. Denn der Borkenkäfer frisst sich weiter verstärkt durch die heimischen Wälder.

In Haar und Brunnthal ist er bereits bei der Arbeit gesichtet worden, auch in Ottobrunn hat er massive Spuren hinterlassen. Dort mussten im Dezember 20 Fichten gefällt werden, weil sie vom Schädling zerfressen worden waren und nun drohten, umzukippen (wir berichteten). Und die Gemeinde Grasbrunn warnt in einer Mitteilung: „Gefahr für Grasbrunns Wälder“.

Und das dürfte erst der Anfang sein. „Wir erwarten für dieses Jahr einen stärkeren Befall“, prophezeit Andreas Egl, Förster beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Ebersberg. Denn der Borkenkäfer – genauer gesagt die beiden Unterarten Buchdrucker und Kupferstecher – finden aktuell „optimale Bedingungen“. Erst Orkan „Niklas“ Ende März, dann eine Hitzeperiode im Hochsommer vergangenen Jahres schwächten die Bäume – und stärkten den Käfer. Denn „er sucht sich gezielt geschwächte oder frisch gefallene Bäume, die sich nicht wehren können“.

Darum gilt nun: genau hinschauen. Vor allem jetzt, vor der „Schwärmphase“, die Mitte, Ende April beginnt. „Wichtig ist eine saubere Waldwirtschaft“, betont Egl. Die Gemeinde Grasbrunn fordert ihre Waldbesitzer auf, „bei der Bekämpfung keinesfalls nachzulassen. In den nächsten Wochen ist es dringend notwendig, die Wälder gründlich auf Befall zu kontrollieren.“ Denn jede befallene Fichte, die samt Käfer abgeholzt und aus dem Wald entfernt wird, ist nicht umsonst gestorben.

Doch auch in und nach der Schwärmphase gilt dieses Credo: Bäume genau ansehen und bei Befall aus dem Wald holen. Zu erkennen sind Käfer-belastete Fichten daran, dass „grüne Nadeln rieseln, die Rinde runterfällt und die Krone rot wird“, sagt AELF-Experte Egl. Besonders stark gefährdet sind die sehr flachgründigen und stadtnahen Standorten der Münchner Schotterebene. Gleiches gilt für Waldränder und Sturmflächen, auf denen der Baumbestand bereits ausgedünnt ist.

Janine Tokarski

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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