Kreistag stimmt zu

Fachstelle für pflegende Angehörige wird weiter unterstützt

Landkreis -  Die vor gut vier Jahren eröffnete „Fachstelle für pflegende Angehörige“ im Landkreis erweist sich Jahr um Jahr als unverzichtbare Anlaufstelle. Die Zahl rat- und hilfesuchender Menschen nimmt unaufhörlich zu. Einstimmig beschlossen die Kreisräte daher, das im Landratsamt angesiedelte Büro bis wenigstens zum Jahr 2018 zu bezuschussen. 

Seit Februar finden in der „Fachstelle für pflegende Angehörige“ Menschen aus dem Landkreis München Unterstützung, die sich von Behörden andernorts allein gelassen sehen. Dass pflegende Angehörige aufgrund von Überforderung gar nicht mal so selten selbst zum Pflegefall werden, ist seit langem kein Geheimnis mehr. Die Fachstelle soll der Angehörigenarbeit im Kreis als Lobby mit fester Anlaufstelle dienen. Mittels psychosozialer Beratung, durch begleitende Unterstützung, sollen Menschen, die daheim einen physisch kranken oder dementen Angehörigen pflegen, entlastet werden. Letztendlich geht es darum, „zu verhindern, dass die Angehörigen durch lang andauernde Pflege selbst erkranken“, begründet das Münchner Landratsamt sein Engagement.

Die Fachstelle wird von dem Wohlfahrtsverband „Der Paritätische Bayern, Bezirksverband Oberbayern“ als Kooperationspartner des Landkreises getragen. Vier Sozialpädagoginnen teilen sich in dem Büro 3,25 Stellen. Bei 4000 Pflegebedürftigen im Landkreis geht der Paritätische von einer weiterhin steigenden Nachfrage aus. So hatte sich die Zahl der Klienten von 2013 bis 2014 um rund 50 Prozent auf 2356 Kontakte erhöht. Für das laufende Jahr erwartet der Verband eine ähnliche Zunahme. 

Im Jahr 2016 wird der Landkreis die Fachstelle mit 195 500 Euro unterstützen. Im darauffolgenden Jahr sollen 205 200 Euro, im Jahr 2018 bis zu 218 700 Euro überwiesen werden. Die Fachstelle ist angewiesen, jährlichen einen Tätigkeitsbericht und einen Nachweis über die Verwendung der Gelder vorzulegen. Von der Qualität der Berichte hängt ab, ob sich der Kreis über 2018 hinaus engagierten wird.

Der von allen Fraktionen getragene Beschluss gehorcht der im „Seniorenpolitischen Gesamtkonzept“ des Kreises formulierten Maxime, älteren Menschen einen möglichst langen Aufenthalt in den eigenen vier Wänden zu gestatten. Dadurch dass ein erheblicher Teil der Arbeit der Fachstelle aus Hausbesuchen besteht, wirkt die Einrichtung auch der mitunter drohenden Isolation alleinstehender Senioren entgegen.

Andreas Sachse

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