Schon im Juni hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (r.), hier mit Kreisbrandrat Josef Vielhuber, versprochen, die Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) im Landratsamt München zu erhalten. Jetzt wird entsprechend umgerüstet. foto: Gefö (Archiv)

Landkreis-Feuerwehr darf ihre Einsatzzentrale behalten

Unterhaching - Der Fortbestand der Feuerwehreinsatzzentrale im Landratsamt München ist endgültig gesichert. Die Zentrale erhält Zugang zum exklusiven Datennetz der Integrierten Leitstellen (ILS) der Feuerwehren und Rettungsdienste in Bayern.

Bereits seit Juli 2002 setzt der Freistaat auf die Integrierten Leitstellen, kurz ILS. 26 davon gibt es in Bayern. Flächendeckend sollen unter der Notrufnummer 112 nicht bloß Feuerwehren, sondern auch Rettungsdienste alarmiert werden können. Die ILS nehmen Hilferufe entgegen und leiten sie an geeignete Einsatzkräfte vor Ort weiter.

„Die gewonnene Zeit rettet Leben“, bestätigte Innenminister Joachim Herrmann, als er am 23. Juni bei der Freiwilligen Feuerwehr in Oberschleißheim den Startschuss für digitales Funken der Kreisfeuerwehren setzte (wir berichteten). Bei der Gelegenheit versicherte er den anwesenden Feuerwehrleuten aus Ottobrunn, Gräfelfing, Haar oder Unterhaching sowie Kreisbrandrat Josef Vielhuber den Fortbestand der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) des Landkreises München. Lange hatten die Kreisfeuerwehren um ihre „erfahrene und leistungsfähige“ Einsatzzentrale gerungen. Eine Woche darauf, am 1. Juli 2014, erließ das Innenministerium die Rechtsverordnung zum Fortbestand der FEZ im Landratsamt München.

Was noch fehlte, war die Anbindung an das „VPN“ genannte Datennetz der Integrierten Leitstellen. VPN steht für „Virtual Private Network“ und ist ein in sich geschlossenes, gegen äußere Zugriffe geschütztes System. Ohne VPN ist die FEZ bei einem Notruf nur telefonisch über eine ILS zu erreichen. Zu viel Zeit geht verloren.

Den Auftrag zur Anbindung der FEZ an das ILS-Datennetz hat Landrat Christoph Göbel (CSU) nun erteilt - pünktlich zur Feier seiner ersten 100 Tage im Amt. Die Kosten lassen sich noch nicht verlässlich abschätzen.

Andere, vom „Gesetz über die Errichtung und den Betrieb Integrierter Leitstellen“ definierte Standards hat das Landratsamt bereits erfüllt. In technischer, personeller, organisatorischer und baulicher Hinsicht hatte man im Herbst 2002 begonnen nachzurüsten. Der Kreistag hatte dafür 490 000 Euro bereitgestellt.

Im Juli 2012 bestätigte ein TÜV-Gutachten, dass die „Prozesse innerhalb der FEZ von der Einsatzaufnahme über Disposition bis zur Alarmierung“ ILS-Standards entsprächen. Was fehlte, um mit ILS hinsichtlich Funktionalität und Tempo gleichzuziehen, war der VPN-Anschluss.

Michael Schiffmeyer, Abteilungsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, sieht in der FEZ im eigenen Haus auch eine Garantie „für kurze Wege zu den Fachabteilungen“, wie Zivil- und Katastrophenschutz oder auch dem Jugendamt. Wichtig ist Schiffmeyer die gute Ausbildung des Personals. Von 14 FEZ-Mitarbeitern müssen ständig zwei vor Ort sein, ein Rettungsassistent und ein Hauptbrandmeister. Für die erforderlichen Lehrgänge stehen jährlich 7000 Euro zur Verfügung.

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