Für Menschen mit Behinderung und Flüchtlinge

Finanzspritze für besonderes Kulturerlebnis

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Der Kreis unterstützt den Verein Kulturraum heuer mit 22.300 Euro. Er bietet Integration der besonderen Art an.

Landkreis – Da Integration auch mithilfe von Kultur gelingt, sollen Menschen mit Behinderung und Fluchthintergrund Theaterveranstaltungen, Konzerte oder Kinovorführungen besuchen können. Dafür setzt sich etwa der Verein Kulturraum München ein mit seinem Projekt „Kulturpaten“.

Das sind etwa 90 Ehrenamtliche, die Menschen mit Behinderung oder Flüchtlinge zu Kulturveranstaltungen in der Stadt und dem Landkreis München begleiten oder sie zum Besuch ermutigen. Die Kulturpaten ermöglichen monatlich 1500 Kulturtermine, davon profitieren 700 Menschen aus dem Landkreis. Kulturraum greift dafür auf ein Netzwerk von 400 Sozial- und 300 Kulturpartnern zurück.

Im Landkreis sind derzeit 14 soziale Einrichtungen bei Kulturraum angemeldet, die regelmäßig Freikarten vermittelt bekommen, darunter zum Beispiel die Asylhelferkreise aus Aschheim und Oberschleißheim.

Nun haben sich die Mitglieder des Kreis-Sozialausschusses mit dem Projekt beschäftigt. Man möchte die Kulturpaten langfristig an den Landkreis binden und das Angebot ausweiten. Dafür will der Verein neue Sozialpartner und Ehrenamtliche gewinnen und hat für das laufende Jahr um einen Zuschuss in Höhe von 22 300 Euro gebeten. Diesen haben die Mitglieder des Sozialausschusses einstimmig bewilligt. Zudem haben sie eine Förderung auch für die Jahre 2019 bis 2020 in Aussicht gestellt. Die Räte verlangen dafür aber, dass der Kulturraum einen Tätigkeitsbericht vorlegt.

„Kulturelle Teilhabe ist ein wichtiger Baustein der Integration“, sagte Martina Neubauer, Leiterin des Referates für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe im Landratsamt. Und SPD-Fraktionschefin Ingrid Lenz-Aktas sprach von einem „wahnsinnig wichtigen Projekt“. An Kultur solle schließlich jeder teilhaben können.

Einzig Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) war skeptisch. Er habe nicht den Eindruck, dass der Verein den Landkreis im Blick habe, sagte er. Einerseits befürchtete Loderer, dass die Kulturpaten nur Veranstaltungen in der Stadt und nicht in den Umland-Kommunen besuchen würden, andererseits, dass der Landkreis ein Projekte fördere, das bereits existiere. Er verwies auf die Sozialpässe einiger Kommunen. In Ottobrunn zum Beispiel bekommen Besitzer eines solchen Ausweises einen günstigeren Tarif für sämtliche Einrichtungen in der Gemeinde. Loderer verlangte konkrete Zahlen und Pläne zu dem Vorhaben des Vereins.

Landrat Christoph Göbel (CSU) gleichwohl schaffte es, seinen Parteikollegen letztendlich von der Förderung zu überzeugen. Er sagte, der Verein habe bisher noch keine Informationen vorgelegt, weil der Landkreis ihn nicht bezuschusse. Göbel schlug zudem vor, den Beschluss anzupassen: Die Verantwortlichen des Vereins sollen für die kommenden Jahre nun genau auflisten, inwieweit sie Kulturangebote im Landkreis vermitteln und inwiefern auch die Bürger davon profitieren. Damit war auch Thomas Loderer schließlich einverstanden.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / Vaicheslav / Vaicheslav

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