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Göbel bekommt seine Wunschkandidaten

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Der Chef, sein Vize und die weiteren Stellvertreter: (v.l.) Jörg Scholler, Annette Ganssmüller-Maluche, Landrat Christoph Göbel, Susanna Tausendfreund, der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch und Otto Bußjäger. foto: Förtsch
Der Chef, sein Vize und die weiteren Stellvertreter: (v.l.) Jörg Scholler, Annette Ganssmüller-Maluche, Landrat Christoph Göbel, Susanna Tausendfreund, der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch und Otto Bußjäger. foto: Förtsch

Landkreis - Mit deutlicher Mehrheit hat Landrat Christoph Göbel (CSU) seinen Wunschkandidaten durchgesetzt. In der konstituierenden Sitzung des Kreistags wurde Ernst Weidenbusch (CSU) zu seinem Stellvertreter benannt. Damit ist der Landkreis München seit 1998 wieder gänzlich in schwarzer Hand.

Mit der sechsjährigen Amtszeit Johanna Rumschöttels war der SPD auf diese Weise nur ein kurzes Intermezzo vergönnt. Seit Rudolf Gunst im Jahr 1947 regiert die CSU den Landkreis München. Bis zum 30. April 2020 zumindest wird der Kreis sogar von einer schwarzen Doppelspitze geführt.

Der günstigen Voraussetzungen zum Trotz scheint Göbel dennoch auf einen breiten Konsens zu bauen. In seiner ersten Sitzung als Landrat gab er die Richtung für die kommenden sechs Jahren vor, indem er die Verantwortung für die Führung des Kreises auf die Schultern aller Fraktionen verteilte. Jede Fraktion durfte einen stellvertretenden Landrat benennen. Göbels besonderer Clou: Die auf seinen Vize, Ernst Weidenbusch, folgenden weiteren Stellvertreter sind gleichberechtigt. „Es gibt keine Rangfolge“, sagte der 39-Jährige.

Die Namen der weiteren vier Stellvertreter sind im Wesentlichen bekannt. Göbels Vize, Ernst Weidenbusch (50), wurde mit deutlicher Mehrheit gewählt. Der Göbel-Intimus erreichte 49 von 58 gültigen Stimmen. Da CSU und Freie Wähler (FW) gemeinsam auf 45 Stimmen kommen, müssen vier Kreisräte aus SPD, FDP, Grünen oder ÖDP in Unterföhring fremd gegangen sein. Die einzige Frage, die sich hier stellt, ist, wie zwölf Kreisräte es fertigbrachten, ungültige Stimmzettel abzugeben.

Was die Stellvertreter betrifft, akzeptierte der Kreistag Göbels Vorschlag, deren Anzahl von einem auf vier zu erhöhen. Wie berichtet, durfte sich Otto Bußjäger (FW) seiner Ernennung gewiss sein. Hatte er sich doch bei der Landratswahl klar für Göble ausgesprochen. Auch Susanna Tausendfreund (Grüne) konnte mit ihrer Wahl rechnen. Die erste grüne Bürgermeisterin im Kreis, in Pullach, hatte sich in den zurückliegenden Jahren einigen Respekt erarbeitet als Göbels Stellvertreterin.

Die SPD entschied sich, Annette Ganssmüller-Maluche zu nominieren, die - nach der Niederlage um das Landratsamt gegen Göbel - uch in der Fraktionsspitze auf Rang zwei nach Max-Benedikt Bauer landete. Und nachdem sich die FDP im letzten Moment auf Kosten der ÖDP zusammengerauft hatte, beanspruchten auch die Liberalen ein Ehrenamt. Da sich Tobias Thalhammer als Fraktionschef durchsetzte, ließ sich Jörg Scholler, der das Amt des Fraktionssprechers bisher seriös bekleidet hatte, als fünften Stellvertreter wählen.

Einen Eklat verhinderte der Wahlmodus, wonach die vier weiteren Stellvertreter gemeinsam gewählt wurden. Vier Kreisräte verweigerten den Kandidaten ihre Zustimmung, wobei sich ihr Misstrauen wohl nur auf eine Person konzentrierte. Michael Sedlmair (FW) teilte mit, zu bedauern, dass ihm die Möglichkeit genommen sei, „einen der Vier abzulehnen“. Gefragt, ob seine Bedenken damit zu erklären seien, dass er nach Weidenbusch nur Tausendfreund, Bußjäger und Scholler beglückwünschte, lächelte er vielsagend.

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