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So verheerend können die Auswirkungen sein, wenn der kleine Fluss die vielen Regenmassen nicht mehr tragen kann und über die Ufer tritt, wie 2013 in Unterhaching.

Nach verheerenden Unwettern in Niederbayern

Hochwasser-Katastrophe ist auch im Landkreis möglich

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Landkreis - Die aktuelle Unwetter-Katastrophe in Niederbayern erschüttert die gesamte Nation. Sturzflutartige Regenfälle haben den Landkreis Rottach-Inn innerhalb weniger Minuten überschwemmt. Häuser sind zerstört, vier Menschen sind ertrunken. Das Unglück wirft die Frage auf: Kann das im Landkreis München auch passieren?

Dass die Bäche und auch die Isar im Landkreis mal über die Ufer treten, ist nichts Neues. Dann sind Gemeinden, Feuerwehren und THW im Ernstfall gerüstet, um mit Sandsäcken die Wassermassen aufzuhalten oder auch abzupumpen. Meist erkennen die Fachleute des Wasserwirtschaftsamts Bayern die Entwicklung schon vorab und können einen mobilen Hochwasserschutz organisieren, die entsprechenden Stellen im Landkreis vorwarnen und die Deiche überprüfen. „Wenn aber 185 Liter Regen pro Quadratmeter wie in Niederbayern in kürzester Zeit herunterprasseln, dann kann das kein Boden und kein Fluss mehr aufnehmen“, weiß Marion Duschl vom Hochwassernachrichtendienst des Wasserwirtschaftsamts. Dann bleibe auch keine Zeit, einen mobilen Hochwasserschutz einzurichten. Und weil man nie ganz genau sagen kann, wo sich derartige Gewitterzellen entladen, ist eben auch keine Region vor ähnlichen Katastrophen gefeit. „Grundsätzlich kann das überall passieren, die Natur haben wir nicht in der Hand.“ 

Auch ein hunderprozentiger Schutz ist laut Duschl unmöglich. Die Menschen würden nach solchen Ereignissen immer wieder fordern, den Hochwasserschutz zu verbessern oder größere Kanäle zu bauen. Aber Duschl sagt klar: „So große Kanäle für solche Wassermassen kann man nicht bauen.“ Die einzige Chance sieht die Hochwasser-Expertin in der vorzeitigen Information der Bürger. „Heutzutage habe wir die Möglichkeit über den Deutschen Wetterdienst, Radio oder auch über das Handy-Frühwarnsystem ,Katwarn’ die Menschen schnell über gefährliche Wetterlagen zu informieren.“ Doch auch das sei nur für Regionen möglich, nicht für einzelne Orte. 

Im Landkreis München sind es vor allem die kleinen Bäche, die sich bei starken Niederschlägen rasant in reißende Fluten verwandeln können. Der Hachinger Bach etwa hat im Juni 2013 für eine Überschwemmung in Unterhaching gesorgt. Keller waren vollgelaufen, Straßenzüge überflutet. In Ismaning ist das Gebiet entlang des Seebachs gefährdet. In Garching gibt es vor allem im Winter Probleme mit dem Mühlbach, wenn sich Grundeis von der Sole her bildet und das Wasser nicht mehr abfließen kann, berichtet Stephanie Winkelmann, die beim Wasserwirtschaftsamt für den Landkreis München zuständig ist. 

Kein Problem stellt die Isar dar. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Isar bei uns sehr tief im Gelände liegt, und auch der Sylvensteinspeicher viel auffängt“, so Winkelmann. In Hochwasserschutzgebieten bemüht sich das Wasserwirtschaftsamt in Zusammenarbeit mit den Kommunen, dass die Flächen nur unter bestimmten Voraussetzungen für eine Bebauung ausgewiesen werden. „Es ist für alle wichtig, dass diese Flächen nicht verschwinden“, sagt Winkelmann.

Patricia Kania

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