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Asiatischer Laubholzbockkäfer

Maßnahmen gegen Schädling scheinen Erfolg zu haben

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Landkreis - Umfangreiche Baumfällungen, Pheromonfallen, der Einsatz von Spürhunden und Baumkletterer: Die bisherigen Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers scheinen Erfolg zu haben.

Landkreis – Die Kernfragen, an der sich hierzulande die Bürger reiben, sind: Muss dieser optisch gravierende Kahlschlag wirklich sein? Bringt das überhaupt etwas im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB)? Der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer aus Haar hat einen Fragenkatalog an Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner geschickt – und jetzt eine umfangreiche Antwort erhalten. Gantzer zieht daraus positive Schlüsse: „Der Krieg gegen den ALB ist zwar noch nicht gewonnen. Aber die Zeichen stehen gut.“

Vier Befallsgebiete gibt es aktuell in Bayern, neben Neukirchen am Inn und Ziemetshausen-Schönebach zwei im Landkreis München: Feldkirchen (seit 2012) und Neubiberg inklusive des benachbarten Münchner Stadtteils Waldperlach (seit 2014). Sobald eine ALB-Larve gefunden wird, gilt im Umkreis von 2500 Metern eine Quarantänezone – alle Bäume, die als Wirtspflanze in Betracht kommen, müssen gefällt und kontrolliert entsorgt werden. In Neukirchen ist diese Quarantänezone nun mit Wirkung zum 1. Januar aufgehoben worden: Der letzte registrierte Befall dort datiert vom Sommer 2011. Anders ist die Lage in Ziemetshausen-Schönebach, wo heuer im Februar eine frische ALB-Larve auftauchte.

Die Situation im Landkreis München: In Neubiberg war die Fällung etwa 1250 Pflanzen angeordnet worden, in Feldkirchen musste auf einer Fläche von 1,5 Hektar abgeholzt werden. Wobei Brunner in seinem Antwortschreiben an Gantzer betont, „dass insbesondere im Befallsgebiet Neubiberg mindestens 60 Prozent der Pflanzen einen Durchmesser von weniger als zehn Zentimetern aufwiesen“. Es seien also weniger Bäume, sondern „allenfalls Laubgehölze“ gefällt worden, so Brunner. 2015 waren in Neubiberg noch 48 Pflanzen befallen (letzter Fund im Juli), in Feldkirchen gab es nur noch einen Fund (im April). Dazu hätten, teilt Brunner mit, die Ausholzmaßnahmen maßgeblich beigetragen.

Gantzer hatte sich bei seinem Fragenkatalog auch danach erkundigt, ob die in Neubiberg und Feldkirchen gefundenen Schädlinge einem gemeinsamen Ursprung zuzuordnen sind. Wie Landwirtschaftsminister Brunner mitteilte, ist dies nicht so einfach. Zwar sei in Spezial-Labors in Braunschweig und Wien eine PCR-Analyse zur genetischen Bestimmung durchgeführt worden, um die Funde der Spezies Anaplophora glabripennis zuzuordnen. Ein geeignetes Labor, das die kompliziertere Verwandtanalyse vornimmt, konnte laut Brunner indes bislang bundesweit nicht gefunden werden, weshalb man nun nach Möglichkeiten im benachbarten Ausland suche. Allerdings hätten diese Informationen „keine Auswirkungen auf die Vorgehensweise der direkten ALB-Bekämpfung“, erklärt Brunner. Das weitere Vorgehen für 2016 sieht, wie Brunner darlegt, folgendermaßen aus: In den Quarantänezonen findet ein intensives ALB-Monitoring statt. Dies beinhaltet Fangbaumeinsatz in den Fällungszonen (vom ALB bevorzugte Gehölze werden gezielt gepflanzt und permanent kontrolliert), Pheromonfallen (sie locken die noch unverpaarten Weibchen an), Kronenmonitoring durch ausgebildete Baumkletterer sowie Monitoring vom Boden aus mit Spezialferngläsern und ALB-Spürhunden. Das Beispiel Neukirchen zeigt: Es kann gelingen, den ALB lokal auszurotten – das macht Hoffnung für den Landkreis.

Informationsveranstaltung

In der Aula der Grundschule Neubiberg findet am morgigen Donnerstag um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zum Asiatischen Laubholzbockkäfer statt. Im Mittelpunkt stehen wichtige Neuerungen der Allgemeinverfügung, die Bürger in der Quarantänezone Neubiberg mit Putzbrunn, Ottobrunn und Hohenbrunn unmittelbar betreffen. Unter anderem geht es um die Entsorgung von Schnittgut oder die Kontrolle der Gehölze. Weitere Infos auch unter: www.lfl.bayern.de/alb

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