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von links: SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen, Ex-Focus-Chefredakteur Helmut Markwort für die FDP sowie die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) sind die prominentesten Landtagskandidaten aus dem Landkreis. Doch es stehen noch mehr bekannte Gesichter auf der Liste. 

Landtagswahl 2018

Das sind die Promi-Kandidaten aus dem Münchner Landkreis: Wer hat hier die Nase vorn?

Die Landtagskandidaten stehen fest: Die Parteien haben ihre Bewerber für die beiden Stimmkreise im Landkreis München nominiert.

Landkreis Spannend ist die Frage, wie gut die CSU im größten Landkreis Bayerns ihre Hausmacht verteidigt. Schließlich gibt es mit FDP, Freien Wählern und AfD gleich drei Konkurrenten im konservativen Lager. Wie wird sich die bayerische SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen behaupten? Gelingt der FDP der Sprung zurück ins Maximilianeum? Und wie viel Zuspruch erhält die AfD? Spannende Fragen vor der Landtagswahl am 14. Oktober dieses Jahres.

Aktuell ist der Landkreis München, der in zwei Stimmkreise aufgeteilt ist, gleich fünfmal im bayerischen Parlament vertreten: mit den beiden CSU-Abgeordneten Ernst Weidenbusch und Kerstin Schreyer sowie Natascha Kohnen, Nikolaus Kraus (FW) und dem scheidenden Peter Paul Gantzer (SPD). So stellen sich die Parteien für die Wahl auf:

CSU

So gut wie sicher ist, dass die CSU mit Kerstin Schreyer aus Unterhaching und Ernst Weidenbusch aus Haar wieder beide Direktmandate erobert. Rechtsanwalt Weidenbusch ist seit 15 Jahren Abgeordneter und will im Oktober in seine vierte Legislaturperiode starten. Im neuen Kabinett von Markus Söder hat der 54-Jährige den Posten des „Beauftragten für Beteiligungen“ inne. Im Landkreis ist er ein prominentes Gesicht: Seit vier Jahren ist er Vize-Landrat und seit 28 Jahren Kreisrat.

Ernst Weidenbusch ist bereits seit 15 Jahren im Landtag. 

Auch die Wahl von Kerstin Schreyer, die im Landkreis-Süden kandidiert, gilt als sicher. Die 46-Jährige aus Unterhaching hat mit ihrer Ernennung zur Sozialministerin im Kabinett Söder eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Sie ist seit 2013 Mitglied des Landtags und hat im Landkreis vor allem soziale Themen beackert. Seit 1996 ist sie Mitglied im Kreisrat.

SPD

So gut wie sicher ist auch die Wiederwahl von Natascha Kohnen. Die Chefin der Bayern-SPD ist mit überwältigender Mehrheit an die Spitze der Oberbayern-Liste gewählt worden. In ihrer Partei hat sich die 50-Jährige durchgesetzt, nun soll sie die Wähler in ganz Bayern überzeugen und die SPD-Positionen landauf, landab bekannt machen. Am Nockherberg ist sie in diesem Jahr im Singspiel erstmals mit einer tragenden Rolle geadelt worden. In den nächsten Wochen hat die SPD-Frau aus Neubiberg bayernweit viel zu tun.

Annette Ganssmüller-Maluche aus Ismaning machte sich als stellvertretende Landrätin einen Namen.

Aufbruchstimmung herrscht bei der SPD im Norden: Annette Ganssmüller-Maluche aus Ismaning will die Nachfolge von Peter Paul Gantzer antreten. Die Journalistin ist im Landkreis sehr bekannt und hat sich auch als stellvertretende Landrätin einen Namen gemacht. Als engagierte Wahlkämpferin ist sie mit eigenen Veranstaltungen präsent, sodass es ihr gelingen könnte, auch im Süden einige Zweitstimmen zu gewinnen.

Bündnis 90/ Grüne

Markus Büchler gilt als Verkehrsexperte bei den Grünen. 

Auch die Grünen hoffen, dass ihre beiden Kandidaten, Markus Büchler und Claudia Köhler, dem nächsten Landtag angehören. Der 45-jährige Oberschleißheimer Markus Büchler ist Gemeinderat, Kreisrat und Verkehrsexperte seiner Partei. Obendrein besetzt der Bezirksvorsitzende den aussichtsreichen Listenplatz vier auf der Oberbayern-Liste. Der selbstständige Webdesigner und promovierte Historiker nutzt MVV und Fahrrad und setzt sich im Landkreis für Radschnellwege, besseren Bus- und Bahnverkehr ein. Aus taktischen Gründen kandidiert er diesmal im südlichen Landkreis, Claudia Köhlerdagegen im Norden.

Claudia Köhler liebt ihre bayerischen Wurzeln.

Die Gemeinderätin aus Unterhaching liebt ihre bayerischen Wurzeln und ist begeisterte Trachtlerin. Zugleich engagiert sich die 52-jährige Sozialreferentin der Kreis-Grünen in der Flüchtlingshilfe als Vermittlerin von Arbeit und Ausbildung, ist für den Unterhachinger Krautgarten aktiv und hat diverse Ehrenämter inne. Auf der Oberbayernliste kandidiert die Diplomkauffrau auf Platz sieben.

Freie Wähler

Nikolaus Kraus hofft auf seine Wiederwahl.

Bei den Freien Wählern tritt Nikolaus Kraus aus Ismaning an. Der Kreis-Chef der Freien Wähler hofft auf eine Wiederwahl. 2013 gelang dem 52-jährigen Landwirt erstmals der Einzug in den Bayerischen Landtag, wo die Freien Wähler aktuell 17 Mandate haben. Auf der Oberbayern-Liste hat Kraus, Experte für die Themen Landwirtschaft und Umwelt, den aussichtsreichen fünften Platz ergattert.

Ilse Ertl kandidierte bereits zweimal für den Bundestag.

Im Süden steht bei den Freien Wählern die ehemalige IsmaningerinIlse Ertl zur Wahl. Bereits zweimal hat die 52-Jährige für den Bundestag kandidiert, auch diesmal will sie die Freien Wähler unterstützen. Auch wenn ihre Chancen nicht allzu groß sind. Hauptberuflich arbeitet Ertl als Tierärztin mit eigener Praxis in Mauern bei Moosburg (Landkreis Freising).

FDP

Bei den Liberalen kandidiert Helmut Markwort, der frühere „Focus“-Chefredakteur, im südlichen Wahlkreis. Der Münchner will seine Bekanntheit in die Waagschale werfen und möglichst viele Stimmen holen, damit die FDP wieder in den Landtag einzieht. Die Chance dazu hat der 81-Jährige überraschend erhalten, nachdem Tobias Thalhammer, der zunächst nominiert war, zur CSU gewechselt ist.

Der 41-jährige Thomas Jännert ist Ortsvorsitzender der FDP  Kirchheim-Heimstetten

Im Norden geht Thomas Jännert für die FDP auf Stimmenfang. Der 41-Jährige aus Kirchheim ist eines der neuen Gesichter in diesem Wahlkampf. Er ist studierter Wirtschaftsingenieur, aber als Familienunternehmer im Bereich Fahrzeugbau und Vermietung vor allem ein Mann der Praxis. Der Vater von drei Kindern ist Ortsvorsitzender der FDP Kirchheim-Heimstetten.

AfD

Der Immobilien-Experte Ulrich Riedinger kandidiert für die AfD.

Für die AfD kandidiert im Süden Ulrich Riediger aus Grünwald. Der 63-Jährige ist 2013 in die AfD eingetreten und gehört zu den Gründern des Kreisverbands, dessen Vorsitzender er seit 2015 ist. Der Marketing-Experte arbeitet als selbstständiger Unternehmer, hat sich als PR-Journalist und Autor auf die Immobilienbranche spezialisiert.

Rainer Gross ist AfD-Mitglied „der ersten Stunde“. 

Im nördlichen Stimmkreis bewirbt sich Rainer Gross für den Landtag. Der 57-jährige Jurist ist Abteilungsdirektor und Stiftungsexperte der Bayerischen Landesbank. Er lebt in Gauting und ist so etwas wie ein AfD-Mitglied der ersten Stunde. Auslöser für sein politisches Engagement bei den Europa-Kritikern war die Debatte um die Abschaffung des Euro. Er will vor allem der CSU, konkret Ernst Weidenbusch, Paroli bieten.

ÖDP

Willi Streit war über lange Zeit Bürgermeister in Straßlach-Dingharting. 

Die Mitglieder der ÖDP starten mit Hanno Sombach und Willi Streit in den Wahlkampf. Streit ist im südlichen Landkreis ein bekanntes Gesicht. Er war von 1988 bis 2002 parteifreier Bürgermeister in Straßlach-Dingharting. Heute ist der ehemalige Rathauschef, der sich für Umwelt- und Artenschutz einsetzt, als Fernsehjournalist, Dokumentarfilmer und Produzent tätig und arbeitet nebenbei in der Geschäftsstelle der ÖDP. Warum er in den Landtag will? „Ich will die CSU in die Wüste schicken“, sagt der 59-Jährige selbstbewusst.

Der Augsburger Hanno Sombach ist Pilot und hat in Garching seinen Zweitwohnsitz.

Im nördlichen Landkreis tritt Hanno Sombach an. Der Anwendungsentwickler aus Augsburg hat in Garching seinen Zweitwohnsitz. Der ehemalige Verkehrspilot, der sich im Pfarrgemeinderat engagiert, sieht „ständiges materielles Wachstum“ kritisch und durch „einen zu hohen Preis erkauft“. Der 53-Jährige legt Wert darauf, „dass unsere Kinder entspannt aufwachsen statt im Dauerstress unreflektiert und permanent zum Handy zu greifen“.

Die Linke

Der Informatik-Student Robert Hamm kandidiert für die Linken im Stimmkreis München-Nord.

Die Linke setzt im Stimmkreis München-Nord auf Robert Hamm. Der 28-Jährige ist Fachinformatiker und studiert aktuell an der TU München Informatik. Als IT-Experte will er sich im Landtag für die richtige Gestaltung der Digitalisierung einsetzen.

Bernhard Baudler liegt besonders Bildungsgerechtigkeit am Herzen.

Im südlichen Stimmkreis haben die Linken einstimmig Bernhard Baudler ins Rennen geschickt. Der 57-Jährige ist Gewerkschaftssekretär der GEW und lebt in Schäftlarn. Seit 35 Jahren engagiert er sich bei „Attac“ für Ökologie und Frieden. Im Landtag will er sich für Bildungsgerechtigkeit einsetzen.

Die unter „Sonstige“ gelisteten Parteien sind nicht extra aufgeführt.

Charlotte Borst

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