Coronavirus: 20 bis 30 Tote in der Grauzone - Landrat warnt vor Nachlässigkeiten

  • Josef Ametsbichler
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Der Anstieg der Infektionszahlen im Landkreis kommt dem Landrat verdächtig vor. Er warnt vor Nachlässigkeiten. Derweil könnte die Zahl der Corona-Toten vielleicht bald kräftig steigen. 

Landkreis – Ob es ein einmaliger Ausreißer oder eine Folge der Lockerungsmaßnahmen ist, will das Landratsamt derzeit noch nicht beurteilen. Aber: „Es ist schon verdächtig“, sagte Landrat Christoph Göbel über die 16 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, die sein Gesundheitsamt von Mittwoch auf Donnerstag vermeldete. In der Gesamtschau sei die Entwicklung der Ansteckungszahlen ordentlich, so Göbel bei der wöchentlichen Vidopressekonferenz.Es gebe keine neuen Infektionsherde; die 16 Fälle seien quer durch den Landkreis und die Altersgruppen verstreut.

Auf der Haben-Seite verbucht der Landrat, dass es nur noch ein betroffenes Altenheim gebe, in dem auch nur noch ein Bewohner an Covid-19 erkrankt sei. Dass die Lockerungen zu mehr Infektionen führen sei erwartbar, so Göbel, dass es momentan offenbar gelinge, die Risikogruppe zu schützen umso erfreulicher.

Sieben Testzentren bleiben erhalten

Da sich mit zurückgehenden Ansteckungen auch das Testgeschehen in vielen Kommunen dem Nullpunkt nähert, gebe es Anfragen, ob die improvisierten Test- und Behandlungszentren nun zurückgebaut werden könnten. Darüber will das Landratsamt aber erst um Pfingsten entscheiden, wenn die Auswirkungen der Lockerungen klarer absehbar sind.

Auf jeden Fall erhalten bleiben sollen sieben Test- und Behandlungszentren in den sieben Versorgungsbereichen des Landkreises: Die vier bestehenden in Oberhaching (Hachinger Tal), Gräfelfing (West), Ottobrunn (Süd-Ost) und Unterföhring (Nord-Ost) sowie jeweils noch nicht benannte Standorte im Norden, Südwesten und Osten des Landkreises. So will dieser für mögliche neue Infektionsherde und die Nachverfolgung der Ansteckungswege gewappnet bleiben.

Bei 20 bis 30 Todesfällen liegt keine ärztliche Meldung nach dem Infektionsschutzgesetz vor

Zwei neue Todesfälle, Heimbewohnerinnen im Alter von über neunzig Jahren, zählt das Gesundheitsamt leider auch. Die Gesamtzahl von nun 52 Toten könnte sich nun erhöhen, ohne dass noch jemand sterben muss: Derzeit gebe es zwischen 20 und 30 Todesfälle, bei denen keine ärztliche Meldung nach dem Infektionsschutzgesetz vorliege – aus diversen Gründen. Diese „Fälle in der Grauzone“, so Göbel, versuche man gerade aufzulösen. Dabei könne es sich beispielsweise auch um genesene Corona-Patienten mit anderer Todesursache handeln, die am Ende keinen Eingang in die Corona-Statistik fänden. Damit die Fälle dort vermerkt werden, müsse ein Arzt als Todesursache die Lungenkrankheit Covid-19 diagnostizieren.

Rubriklistenbild: © dpa / Hendrik Schmidt

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