Das wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellte Hotel auf Teneriffa ist weiterhin durch die Polizei abgeriegelt
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Das wegen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne gestellte Hotel auf Teneriffa ist weiterhin durch die Polizei abgeriegelt

Passagier hängt auf Schiff fest

„Der Februar war katastrophal“: Coronavirus trifft die Reisebranche im Landkreis

  • Laura Forster
    VonLaura Forster
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Ein spanisches Hotel unter Quarantäne und abgeriegelte Ortschaften in Italien: Die Ausbreitung des Coronavirus wirkt sich weiter aus – auch auf die Reisebranche im Landkreis München.

Landkreis – Auf der beliebten spanischen Urlauberinsel Teneriffa steht ein ganzes Hotel der Kette H10 unter Quarantäne. Zehn Orte in Norditalien sind seit mehreren Tagen komplett von der Außenwelt abgeriegelt. Ein Kunde des Unterhachinger Reisebüros novareisen steckte sechs Seetage auf einem Kreuzfahrtschiff der Linie Silversea in Südostasien fest, kein Hafen wollte dem Schiff die Erlaubnis zum Anlegen geben. Die Ausbreitung des Coronavirus wirkt sich inzwischen auch auf das Geschäft der Reisebranche im Landkreis aus.

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„Der Februar war katastrophal“, sagt Stefan Meyr, Geschäftsführer von novareisen. Der Abschreckungseffekt des Coronavirus sei in den letzten Wochen deutlich spürbar gewesen. Das Unterhachinger Reisebüro ist besonders betroffen – es veranstaltet nicht nur individuelle Privatreisen, auch Geschäftsreisen sind ein Standbein der Firma. „Vor zwei Monaten haben wir das Virus noch nicht auf dem Radar gehabt“, sagt Meyr. „Aber als die Lufthansa angefangen hat die Flüge nach China zu streichen, gingen die Alarmglocken.“ Betroffen seien mittlerweile jedoch nicht nur Flüge und Geschäftsreisen nach China. In weiten Teilen Europas werden Messen abgesagt, wie beispielsweise der „Mobile World Congress“ in Barcelona. „Das macht sich natürlich auch bei uns bemerkbar“, sagt Meyr. Neben den Dienstreisen werden auch private Urlaube storniert. „Erst vor kurzem hat eine Kundin eine große Reise nach Japan abgesagt, obwohl das Coronavirus dort noch nicht sehr verbreitet ist“, sagt Meyr.

Andere Reisebüros: „Wir haben keine Umsatzrückgänge“

Auch die Kreuzfahrtbranche spürt das Virus deutlich. Ihre geplante Schifffahrt mit der „Diamond Princess“ möchte eine Urlauberin aufgrund der Quarantäne des Schiffes nun nicht mehr antreten, berichtet der Geschäftsführer von novareisen. „Die Kunden erkundigen sich, ob eine Stornierung ihrer Reise möglich ist. Keiner möchte im Urlaub in Quarantäne sitzen“, sagt Meyr. Er könne das verstehen. Wenn es so weitergeht, wäre das jedoch „eine Katastrophe“. So wie viele andere hofft auch Meyr, dass der Höhepunkt der Erkrankungen bereits erreicht ist. „Ich weiß auch nicht, wie viel aufgebauscht wird“, sagt er. In der Reisebranche seien Krankheitswellen zwar normal, „so extrem wie jetzt war es jedoch noch nie“, sagt Meyr.

Andere Reisebüros im Landkreis spüren noch keine so drastischen Auswirkungen. „Wir haben keine Umsatzrückgänge“, sagt Erich Zeitler, Inhaber des Reisebüros Zeitler-Reisen in Unterschleißheim. „Aber das kann in den nächsten Wochen noch kommen.“ Die Kunden erkundigten sich bereits nach dem Virus, und große Veranstalter hätten China-Reisen bis April abgesagt. „Ich blicke dem Ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen“, sagt Zeitler.

Trotz der derzeitigen Lage bei novareisen ist Meyr zuversichtlich. „Ich bin überzeugt, dass die Zahl der Erkrankungen wieder abflacht“, sagt er. „Bis dahin werden wir es schon schaffen.“

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