Der Bajuwarenhof in Kirchheim ist einer von drei Denkmälern im Landkreis, die am Sonntag für die Öffentlichkeit geöffnet sind. Besuchern wird hier gezeigt, wie die Bajuwaren Textilien und Schmuck herstellten oder Brot buken.
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Der Bajuwarenhof in Kirchheim ist einer von drei Denkmälern im Landkreis, die am Sonntag für die Öffentlichkeit geöffnet sind. Besuchern wird hier gezeigt, wie die Bajuwaren Textilien und Schmuck herstellten oder Brot buken.

Am 12. September

Ein Blick hinter die historische Fassade: Das ist heuer beim „Tag des offenen Denkmals“ geboten

  • Bert Brosch
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Nach dem Gastspiel im Internet findet der „Tag des offenen Denkmals“ heuer wieder vor Ort statt. Die Handwerkskunst der Illusion rückt dabei in den Mittelpunkt.

Landkreis – Voriges Jahr war es nur virtuell möglich, die Denkmäler des Landes zu besichtigen. Am Sonntag, 12. September, öffnen viele Museen sowie historische Bauten ihre Türen aber wieder für die Kunst- und Geschichtsliebhaber. Am „Tag des offenen Denkmals“ beteiligen sich im Landkreis der Bajuwarenhof Kirchheim, das AschheiMuseum sowie das Schlossmuseum Ismaning.

Seit 1993 veranstaltet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag als größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Das Motto in diesem Jahr lautet „Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ – denn hinter Denkmalfassaden verbergen sich oft faszinierende Geschichten wie auch retuschierte Bilder, die Wirklichkeit und Täuschung fast ununterscheidbar machen. Im Barock wurden Decken, Fenster und Fassaden „vorgetäuscht“, in der Antike erfreuten sich die Menschen an der Illusion in der Malerei. Ob Blendfassade, Quaderputz oder Rustizierung, illusionistische Techniken sind keine moderne Erscheinung. Sie aufzuspüren, vorzuführen und zu erläutern ist eine Aufgabe am Tag des offenen Denkmals 2021.

Im Fokus steht die Frage, was Rekonstruktion und pure Fassadenerhaltung mit der Denkmalpflege zu tun haben. Das Motto rückt also die Handwerkskunst der Illusion in den Mittelpunkt. Denn Denkmale sind vieles: Wissensspeicher, Geschichtenerzähler, Hingucker, Wohn- oder Lernort. Menschen wohnen oder arbeiten darin, Handwerk wird an ihnen erlernt, angewendet und weitergegeben. Sie zu bewahren, macht Denkmalpflege zu einem gesellschaftsrelevanten Engagement.

Drei Mal Geschichte pur

Der Bajuwarenhof Kirchheim wurde 2003 als „Projekt für lebendige Archäologie des frühen Mittelalters“ von einer Gruppe Münchner Archäologinnen und Archäologen ins Leben gerufen. Er zeigt eine realistische Rekonstruktion eines bajuwarischen Gehöfts der Zeit zwischen 500 und 700 n. Chr. aus dem südbayerischen Raum. Er wurde mit den damals möglichen Rohstoffen, Werkzeugen und, soweit bekannt und möglich, Methoden errichtet. Neben Führungen über das Gelände gibt es am Sonntag (11 bis 17 Uhr) Vorführungen des alten Handwerks und Brotbacken.

Das AschheiMuseum bietet von 11 bis 17 Uhr einen breit angelegten Einblick in die Geschichte und Entwicklung des Gebiets der heutigen Gemeinde. Archäologische Funde und ihre Geschichten verbinden sich mit der historischen Überlieferung, deren Entwicklung sich bis heute nachvollziehen lässt. In der Dauerausstellung lassen sich die Entwicklungen im Gemeindegebiet vom Ende der Jungsteinzeit bis heute nachvollziehen. Archäologische Zeugnisse werden durch historische Überlieferung ergänzt und gemeinsam ergeben sie ein Bild, das die Charakteristika der heutigen Gemeinde zeigt. Dies macht Heimat begreifbar.

Das Schloss Ismaning war ursprünglich Hofgärtnerei und Gesindehaus, erbaut um 1810 im Zuge der Umgestaltung der fürstbischöflichen Sommerresidenz zu einem Landgut. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es als Wohn- und Lagerhaus genutzt, nach Abriss und Neubau ist es seit 2010 Schlossmuseum. Es bietet nach langer Pause für die Öffentlichkeit (13 bis 17 Uhr) einen Überblick zur Kulturgeschichte des Ortes und der Ismaninger Schlossanlage. Ergänzend zum Schloss ist auch das Museum im Schlosspark geöffnet, wo die Sonderausstellung „Almboden und Torfboden“ mit alten Fotografien Interessantes zu Bodenformationen und Wirtschaftsgeschichte rund um das Ismaninger Moos erzählt.

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