Eine Corona-Testsation in Krailling.
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Eine Corona-Testsation in Krailling.

Das ist der Plan des Landrats

Trotz sinkender Fallzahlen: Bewährte Corona-Infrastruktur soll bleiben

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Die Coronavirus-Fallzahlen im Landkreis München liegen konstant im untersten zweistelligen Bereich. Die bewährte Testzentren- und Ärztestruktur soll aber bleiben. Nicht zuletzt für den Fall einer zweiten Virus-Welle.

Landkreis – Dass sich die Corona-Lage im Landkreis entspannt hat, zeigt sich auch am wöchentlichen Gespräch des Landrats mit Pressevertretern: Dauerte das vor einigen Wochen gerne mal eineinhalb Stunden, war gestern nach 15 Minuten eigentlich schon alles Wichtige gesagt. Die Infektionszahlen, vor allem die 7-Tage-Inzidenz, die die Fälle der letzten sieben Tage pro 100 000 Einwohner beziffert, sind „erfreulich niedrig“. Nur einen neuen Fall in Haar gibt es. In einer Pflegeeinrichtung gibt es aktuell noch einen an Covid-19 erkrankten Bewohner. Ebenso einen erkrankten Asylbewerber.

Ende des Katastrophenfalls soll nicht das Ende der Testzentren sein

Dementsprechend rückläufig sind laut Christoph Göbel (CSU) auch die Tests in den Corona-Testzentren in den Gemeinden. Nicht alle sind noch in Betrieb. Wie es mit ihnen weitergeht, sei noch nicht beschlossen, sagte Göbel. Grundsätzlich bedeutet das Ende des Katastrophenfalls, das Ministerpräsident Markus Söder diese Woche verkündet hatte, auch das Ende für alle in der Corona-Krise entstandenen Strukturen im Landkreis. Aufgeben möchte der Landrat jedoch weder die ärztliche Koordination noch die übrige Infrastruktur. „Wir suchen gerade Wege, wie man diese unter einem anderen Titel weiterführen könnte“ – was aus rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Gründen gar nicht so einfach sei. Doch sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder nach oben schnellen, möchte der Landrat gewappnet sein. „Ist die Infrastruktur erst einmal weg, ist es viel schwierigerer, sie wieder zu reaktivieren“, so Göbel. Auch der Koordinierungsstab im Landratsamt, der zu Beginn der Corona-Krise gegründet wurde, wird nicht aufgelöst.

Keine großen Zeugnisfeiern für die Abschlussklassen

Der Landrat warnte auch davor, die neuen Lockerungen im Alltag auf die leichte Schulter zu nehmen. Für viele sei nun „gefühlt mehr oder weniger wieder alles erlaubt“. Doch auch bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen, für die ab 22. Juni bis zu 50 Gäste drinnen und 100 Gäste im Freien erlaubt sind, bedeute das nicht, dass diese wie früher dicht gedrängt feiern dürften. Nach wie vor gelte es, den Sicherheitsabstand einzuhalten. Bedauerlich sei das heuer für die Abiturienten im Landkreis, für welche eben diese 50- oder 100-Leute-Obergrenze auch bei der Zeugnisübergabe gelte. „Das ist hart für die Schüler und ihre Familien, aber wie sonst immer kann eine Zeugnisverleihung heuer nicht stattfinden.“ Doch Göbel ist zuversichtlich, dass die Schulen Alternativen finden.

Landrat: „Manche Regeln verstehe ich nicht“

Warum aber bei Kunst- und Kulturveranstaltungen im Innenbereich 100 und außen 200 Menschen erlaubt sind, erschließt sich Göbel nicht. „Manche Regelung verstehe ich nicht, aber das wird sich wohl alles einspielen.“

Mit etwas Sorge sieht er dem Herbst entgegen. Wenn die Temperaturen sinken, sich wieder mehr Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten. Er wirbt daher auch für die neue Corona-App des Gesundheitsministeriums, die er selbst gleich installiert hat. „So viele wie möglich sollten sie nutzen“, sagte Göbel. „Das würde auch uns im Falle eines Aufkeimens mehrerer Infektionen die Arbeit erleichtern.“

Noch immer Engpässe beim Schutzmaterial

Auch in Sachen Schutzkleidung will der Landkreis keine bösen Überraschungen mehr erleben: Mehr als eine Million FFP2- und FFP3-Masken stapeln sich im Lager. Lieferengpässe gebe es jedoch nach wie vor bei Schutzanzügen. Doch vielleicht bleibt eine zweite Welle ja aus. Göbel sagt: „Man muss jetzt einfach vernünftig sein.“ 

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