Sechs Windräder sollen künftig im Hofoldinger und Höhenkirchner Forst stehen. symbolbild: Armin Weigel/dpa
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Sechs Windräder sollen künftig im Hofoldinger und Höhenkirchner Forst stehen. (Symbolbild)

Rosige Aussichten hoch oben im Landkreis

Naturschutz und Wirtschaftlichkeit: Gutachter stellen Windkraft-Projekten gute Zeugnisse aus

  • vonAndreas Sachse
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Günstiger Strom, Gewerbesteuern und gute Rendite: All das versprechen die Gutachten für die Windrad-Projekte im Hofoldinger und Höhenkirchner Forst.

Landkreis – Die beiden Windkraft-Bündnisse im Südosten des Landkreises sehen offenbar einer rosigen Zukunft entgegen. Ökonomisch und in naturschutz-fachlicher Hinsicht stellten Gutachter der Arbeitsgemeinschaft Hofoldinger Forst und dem Pendant im Höhenkirchner Forst ausgezeichnete Zeugnisse im Kreis-Umweltausschuss aus.

Vor wenigen Jahren noch totgesagt, erobert Windenergie einen festen Platz im Portfolio erneuerbarer Energien. Selbst in sogenannten Schwachwindregionen ist Windkraft dank staatlicher Zuwendungen nach dem EEG inzwischen rentabel. Kein Wunder, das der Landkreis München die Gründung einer dritten „Arbeitsgemeinschaft Windenergie im Forstenrieder Park“ unterstützt.

Rendite „im einstelligen mittleren bis hohen Bereich“

Die seit Jahren in Vorbereitung befindlichen Windkraft-Bündnisse Hofoldinger und Höhenkirchner Forst planen sechs Windräder; jeweils eins auf dem Gebiet der sechs Mitgliedsgemeinden aus den Landkreisen München (Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Aying, Sauerlach), Miesbach (Otterfing) und Ebersberg (Egmating, Oberpframmern). Jedes Windrad produziert laut Hochrechnungen bis zu 10 600 MWh Strom, was dem jährlichen Ertrag von zwölf südwärts ausgerichteten Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit einer Größe von jeweils 750 Kilowatt-Peak (1 Kilowatt = 1000 Watt) und einem Flächenverbrauch pro Anlage von etwa einem Hektar entspricht. Der in den Arbeitsgemeinschaften produzierte Strom kostet selbst bei konservativer Berechnung bloß 8,1 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Der durchschnittliche Strompreis lag 2020 laut Bundesnetzagentur bei 31,9 ct/kWh. Die Anlagen werden genossenschaftlich organisiert in Bürgerbeteiligung unterhalten. Der Investitionshöhe liegt bei 19,2 Millionen Euro im Hofoldinger Forst beziehungsweise 19,7 Millionen Euro für den Höhenkirchner Forst. Anteilseigner dürfen eine überdurchschnittliche Rendite „im einstelligen mittleren bis hohen Bereich“ erwarten, so die Gutachter.

Der Austritt der Gemeinde Brunnthal aus der Arge Hofoldinger Forst ändert daran nichts. Zwar steigt der Anteil der verbliebenen Gemeinden Sauerlach, Otterfing und Aying an den Planungskosten von bisher zehn auf 16,67 Prozent. Dennoch platzieren sich die Bürgerwindprojekt in einem, wie die Gutachter sich ausdrücken, „sehr guten Marktfenster“. Hauptproduktionszeiten für Windenergie sind Herbst und Winter. Der Wind bläst meist aus West-Südwest. Die Windgeschwindigkeit nimmt laut der Gutachten mit zunehmender Höhe der bis zu 240 Meter hoch reichenden Anlagen deutlich zu.

„Gewerbesteuern, unschlagbar günstiger Strom und einmalig gute Rendite“

Dass Brunnthal nach Protesten der Bevölkerung aus dem Verbund der Windenergie-produzierenden Gemeinden ausschied, trifft in den Kreistagsfraktionen durchweg auf Bedauern. Kilian Körner (Grüne) und Max Kraus (FW) sähen es zumindest gern, wenn eine andere Kommune den vakanten Platz in der Arge Hofoldinger Forst einnehmen würde.

Alles in allem gelten die Windkraft-Bündnisse im Münchner Südosten als Leuchtturmprojekte und zugleich als ideales Investment für Einwohner der jeweiligen Gemeinden. Oliver Seth (Grüne) vermag ausschließlich Vorteile zu erkennen: „Es gibt nur Gewinner“, sagte der in Straßlach-Dingharting lebende Kreisrat: „Gewerbesteuern für Kommunen, unschlagbar günstiger Strom und eine einmalig gute Rendite für Anleger.“

Die ebenfalls fällige, naturschutzfachliche Untersuchung ändert daran nichts. Den Blick auf mögliche Beeinträchtigungen für Rotmilan, Wespenbussard, Fledermaus & Co gerichtet, sieht der Gutachter keine „signifikanten Hindernisse für Windenergie“; weder im Hofoldinger noch im Höhenkirchner Forst. 

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