Suche nach neuen Unterkünften 

Landkreis regelt Familiennachzug

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Das Landratsamt sucht wieder nach neuen Flüchtlingsunterkünften. Grund ist, dass anerkannte Asylbewerber ihre Familienmitglieder nachholen. Ihnen droht die Obdachlosigkeit.

Landkreis – Familienmitgliedern anerkannter Flüchtlinge droht die Obdachlosigkeit, wenn sie ihren Angehörigen in den Landkreis nachfolgen. Das Landratsamt will daher weitere Unterkünfte anmieten, um diesen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Das haben die Mitglieder des Kreisausschusses am Montag einstimmig beschlossen.

Nach Angaben der Kreisbehörde sind im vergangenen Jahr 42 Menschen infolge eines Familiennachzuges in den Landkreis gekommen. Die Zahlen steigen. Für die Monate März und April weiß das Landratsamt von neun Flüchtlingen, die ihre Familien nachholen dürfen. Das sind insgesamt 37 Personen. Die Verwaltung rechnet auch für die darauffolgenden Monate mit einem „hohen Familiennachzug“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Zwar sind die Zahlen überschaubar. Aber die Kapazitäten in den bestehenden Unterkünften dürften nach Ansicht des Landratsamtes nicht ausreichen, um alle Familien unterzubringen. Vielmehr nehmen sie derzeit ab, weil Mietverträge auslaufen. Offenbar fehlt bei vielen Vermietern die Bereitschaft, diese zu verlängern. Auch die Regierung von Oberbayern lehnt ab, weitere Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge anzumieten. Grund ist, dass kaum noch Flüchtlinge ins Land kommen.

Rechtlich gesehen handelt es sich bei Familienzusammenführung auch gar nicht um eine Form der Asylunterbringung. Damit ist zwar der Freistaat aus dem Schneider. Doch für die Kommunen könnte es zum Problem. Denn wenn anerkannte Flüchtlinge ohne eigene Wohnung ihre Familien in den Landkreis holen, droht ihnen die Obdachlosigkeit. Dann müssen sich Städte und Gemeinden darum kümmern und etwa kurzfristig Wohnraum schaffen, was insbesondere im Münchner Speckgürtel mehr als schwierig ist.

Damit die Kommunen wegen des Familiennachzuges erst gar nicht in diese Bredouille kommen, will der Landkreis München präventiv weitere Unterkünfte zentral anmieten und dafür auch die Kosten tragen. Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) lobte das Vorgehen. „Das ist die Fortsetzung der guten und solidarischen Asylpolitik des Landkreises München“, sagte er. Die Kommunen würden dadurch entlastet. Auch Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) begrüßte den Vorschlag. Er bat die Verwaltung aber darum, den Rathäusern regelmäßig die genauen Zahlen und Pläne zu berichten. Schließlich handle es sich um ein „Thema mit Sprengkraft“.

Markus Büchler (Grüne) wies daraufhin, dass nicht nur Flüchtlinge und deren Familienmitglieder von Obdachlosigkeit bedroht seien. Er erneuerte daher einen alten Vorschlag seiner Fraktion, wonach der Landkreis die Kommunen bei diesem Thema grundsätzlich unterstützen solle. Landrat Christoph Göbel (CSU) entgegnete, dass der Landkreis eine Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit eingerichtet habe. Er warnte davor, ein neues Fass aufzumachen.

Rubriklistenbild: © dpa

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