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Ab Montag werden die Abschlussklassen wieder unterrichtet.

Unterricht in der Sporthalle, Einbahnstraßen auf den Gängen und Co.

Nach Corona-Pause: So haben sich die Schulen auf Schüler-Rückkehr vorbereitet

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Nach Wochen der Corona-Zwangspause kehren am Montag die Abschlussklassen zurück in die Schulen. Nur wie haben die sich auf den Neustart vorbereitet? Wir haben uns im Landkreis München umgehört.

Landkreis – Kommenden Montag kehren die Schüler der Abschlussklassen als erste an die Schulen zurück. Die sind für den Neustart gewappnet.

Das Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching heißt am Montag seine 130 Abiturienten willkommen. Im Vergleich zu den Abschlussjahrgängen zuvor läuft für sie im Zeichen von Corona heuer alles anders. Vor allem viel Logistisches hatte Schulleiter Armin Eifertinger in der letzten Zeit zu erledigen. „Wir haben zum Glück viele große Räume, sodass Sicherheitsabstand von 2,50 Meter kein Problem ist.“ Unterrichtet wird unter anderem in der Turnhalle, die dafür möbliert und mit technischen Geräten wie Beamer ausgestattet wurde. Unterschiedliche Anfangszeiten um 8 und um 8,30 Uhr sollen Gedränge am Morgen verhindern. Auch die Schulbusse wurden entsprechend koordiniert. „Und wir haben geklärt, welche Verbindungen man jetzt wirklich braucht“, erklärt Eifertinger. Unterrichtet wird nach Abiturfächern. Montag etwa wird Deutsch gepaukt, Dienstag und Donnerstag Mathematik. Die Räume werden täglich gereinigt. Nach vier Stunden Unterricht ist Schluss. Pausen haben nicht alle Schüler gleichzeitig – und in unterschiedlichen Bereichen. Den Kiosk ersetzen Automaten mit Snacks und Getränken.

Schüler mit Vorerkrankung werden individuell betreut

In den „Verkehrsräumen“, also Gängen und Pausenbereichen sollen Schüler und Lehrer einen Mund-Nasenschutz tragen. Für die Lehrer hat die Stadt Garching 50 geliefert, „für die Schüler sollen nächste Woche welche vom Landratsamt kommen“, sagt Eifertinger. Bis dahin hat er die Schüler gebeten, sich selbst eine Maske zu besorgen. Auch an die Schüler mit einer Vorerkrankung hat Eifertinger gedacht: „Sie werden von den Lehrern individuell zuhause betreut.“ Die Abiturprüfungen, die am 20. Mai beginnen, dürfen sie in extra Räumen mit besonders großem Abstand schreiben. „Das kriegen wir schon alles hin“, ist Eifertinger zuversichtlich.

Auch an der Mittel- und Wirtschaftsschule in Oberhaching ist man laut Schulleiterin Claudia Sanders „komplett startklar“. Schon zu Beginn der Osterferien haben hier die Vorbereitungen für den Neustart begonnen. Drei neunte und eine zehnte Klasse sind ab Montag im Haus, „jeder in einem eigenen Trakt mit eigenem Eingang und mit unterschiedlichem Unterrichtsbeginn“, sagt Sanders. Lange hat sie an einem Kurssystem getüftelt, damit alle intensiv auf die Prüfungsfächer vorbereitet werden. Für Fächer, in denen normalerweise Gruppenarbeit stattfindet, gibt es neue Konzepte. Es gibt zusätzliche Sprechstunden über Telefon oder via Computer, erklärt Sanders. „Wir versuchen, jeden Schüler bestmöglich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten.“

Plexiglasscheibe im Sekretariat

Abstand halten ist auch hier großes Thema. Im Sekretariat wurde eine Plexiglasscheibe eingebaut. Jeder Schüler sitzt am Einzeltisch, zur Toilette darf man nur alleine, es gibt Spender mit Desinfektionsmittel, die Pausenbereiche sind aufgeteilt und es wird durchgewechselt – mal dürfen die einen auf den Hartplatz, mal die anderen in den Pausenhof. „Wir appellieren an die Vernunft der Schüler, auch da Abstand zu halten“, sagt Sanders, „ohne aber Angst zu schüren“. Das sei wichtig, da die Verunsicherung ohnehin groß sei in diesen Zeiten.

Am Otfried-Preußler-Gymnasium in Pullach freut man sich auf die 87 Abiturienten. „Jeder Lehrer würde viel lieber normal unterrichten“, sagt Schulleiter Benno Fischbach. Nicht zuletzt, weil die Aufbereitung des Stoffs für den Unterricht zu Hause wesentlich aufwendiger sei. Auch in Pullach wird ab kommender Woche in großem Rahmen unterrichtet, unter anderem in Turnhalle und Mensa. In den Gängen markieren Pfeile eine Einbahnregelung, Punkte im Raum zeigen, wo sich Schüler hinsetzen dürfen, Bodenmarkierungen weisen im Sekretariat auf den richtigen Abstand hin. Den Stundenplan hat Direktor Benno Fischbach so geändert, dass die Schüler möglichst wenige Freistunden haben.

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Die 11. Klassen als nächste ab 11. Mai zu integrieren, sei kein Problem. „Doch je mehr Jahrgänge, desto schwieriger wird es“, sagt Fischbach. Dann wird es vor allem in Gängen, Treppenhäusern und Pausenbereichen eng. Ein Schichtbetrieb sei dann wohl unumgänglich.

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