Unterricht am Gymnasium
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„Seit Jahren werden wir von den Realitäten regelmäßig eingeholt“

Schülerzahlen steigen gewaltig: So viele neue Schulen braucht der Landkreis

  • vonAndreas Sachse
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Die Zahl der Schüler wächst im Landkreis München unnachgiebig. Der Kreis braucht daher auch immer mehr weiterführende Schulen. Das sind die Pläne.

Landkreis – Der Landkreis München plant mit drei neuen Gymnasien und vier Realschulen. Der fortgeschriebene Schulbedarfsplan weist einen anhaltend hohen Zuzug in den Landkreis und ungebrochen hohe Geburtenzahlen aus. Das G9 lässt den Bedarf an Gymnasien um elf Prozent steigen.

Für die Standorte Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Oberhaching und Haar sind drei neue Realschulen bereits genehmigt. Gleiches gilt für Gymnasien in Putzbrunn und Aschheim. Sauerlach ist weiterhin als dritter Standort für einen gymnasialen Neubau im Plan. Als vierten Realschul-Standort empfiehlt der Bedarfsplan Planegg. Brunnthal ist vom Tisch.

Realschule in Höhenkrichen-Siegertsbrunn?  „Wir geben uns Mühe!“

Was die Prognosen in Bezug auf Einwohnerzahlen und benötigte weiterführende Schulen betrifft, sind die Ergebnisse der Fortschreibung von 2018 im Wesentlichen bestätigt. Allerdings setzt sich die Erkenntnis durch, den Entwicklungen selbst mit dem neuesten Schulbedarfsplan alsbald hinterherzuhinken. „Seit Jahren werden wir von den Realitäten regelmäßig eingeholt“, stellte Vize-Landrat Ernst Weidenbusch (CSU) fest, der die Schulausschuss-Sitzung in Abwesenheit von Landrat Christoph Göbel (CSU) leitete: Aschheim sei bereits das dritte Gymnasium, das, wie Ismaning und Unterhaching, vor zehn Jahren vom Kultusministerium noch als überflüssig erachtet, inzwischen überlaufen werde. Wenigstens sei man dem Kultusministerium stets eine Nasenlänge voraus.

In dem Zusammenhang ließ Weidenbuch erkennen, die Geduld mit der nach wie vor zögerlichen Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn zu verlieren. Alternativ weist der Bedarfsplan Hohenbrunn als ebenso geeigneten Realschul-Standort im Süden aus. Weidenbusch macht Druck; Zumal Landrat Göbel in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bereits Rede und Antwort stand: Sollte die Gemeinde nicht zeitnah eine Entscheidung über die längst genehmigte Realschule fällen, könnte Hohenbrunn an Aufmerksamkeit hinzu gewinnen. Höhenkirchens Zweite Bürgermeisterin Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) wiegelte ab: Einige wenige Fragen seien noch offen: „Wir geben uns Mühe!“

Auch Nachfrage an der FOS ist hoch

Der Schulbedarfsplan ist Grundlage der Schulplanung des Landkreises. Neue Schulen werden auf dieser Basis beantragt. Grundsätzlich gilt: Neue Standorte müssen ausreichend Schüler für eine Dreizügigkeit hergeben. Zudem dürfen Nachbar-Standorte nicht abgegraben werden.

Der Umstand, von den „Realitäten“ regelmäßig eingeholt zu werden, lässt derzeit abgeschriebene Schulen in ein paar Jahren mitunter wieder im Rampenlicht erscheinen. So gelten Gymnasien in Feldkirchen und Oberschleißheim aktuell als nicht genehmigungsfähig. Feldkirchen würde den Bestand der Schulen in Kirchheim und Aschheim gefährden. Schleißheim fehlt es an ausreichend Schüler-Potenzial, könnte aber in Zukunft durchaus wieder interessant werden.

Der wachsende Bedarf wirkt sich auch auf Fachoberschulen aus (FOS). Die Nachfrage ist anhaltend hoch. Die zur Zeit mit 400 Schülern belegte FOS in Haar muss im nächsten Jahrzehnt bis zu 800 Schüler aufnehmen. In Oberhaching steigt der Bestand auf bis zu 700 Schüler. Selbst ein alternativ untersuchter Standort in Aschheim gäbe ausreichend Potenzial her.

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