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Ständig Verspätung bei S-Bahn: Landräte schreiben Brandbrief an die Deutsche Bahn

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Von: Charlotte Borst

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„Wir sind nicht zufrieden mit der S-Bahnleistung“, sagt Landrat Christoph Göbel.
„Wir sind nicht zufrieden mit der S-Bahnleistung“, sagt Landrat Christoph Göbel. © msc/A.

Die S-Bahnen in und um München sind so unpünktlich wie seit zehn Jahren nicht mehr. Denn MVV-Gesellschaftern reicht’s: Sie haben die Deutsche Bahn zum Krisengespräch zitiert.

Landkreis – Mal gibt es eine Stellwerksstörung, mal ist eine Weiche, ein Signal oder ein Fahrzeug kaputt, und mal fehlt Personal. Bei der S-Bahn folgt eine Panne auf die nächste. Für die Fahrgäste, die ohne ausreichende Informationen frierend am Bahnsteig warten, folgt in der Regel der lapidare Hinweis: „Es liegt eine Störung auf unbestimmte Zeit vor.“

Dafür haben die MVV-Gesellschafter so langsam kein Verständnis mehr. Die ständigen Störungen wollen sie nicht länger hinnehmen. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, Oberbürgermeister Dieter Reiter und die acht MVV-Verbundlandräte haben die Betreiber Deutsche Bahn AG zum Krisengespräch nach München eingeladen. Die Bahn hat schon geantwortet und die Einladung angenommen.

„Das Ausmaß des Versagens“ sichtbar machen

Seit September 2021 stellen der Freistaat, die Stadt München und die acht Landräte im MVV-Gebiet bei der S-Bahn München „eine deutlich absinkende Qualität bei Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit“ fest. Nach den Erkenntnissen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft erreichte die Pünktlichkeit der S-Bahn im November ihren schlechtesten Wert seit mindestens zehn Jahren und lag nur noch bei 90 Prozent, mit fallender Tendenz. Dabei will man ja eigentlich die Fahrgäste zurückgewinnen, deren Vertrauen in der Pandemie beeinträchtigt wurde.

Den Brandbrief hat ein Antrag der kleinen FDP-Kreistagsgruppe München ins Rollen gebracht. Die drei FDP-Kreisräte Michael Ritz, Manfred Riederle und Katharina Diehm hatten mit ihrem Antrag an den Kreistag im November offenbar einen Nerv getroffen. Sie forderten, „das Ausmaß des Versagens“ endlich sichtbar zu machen, weil die S-Bahn immer mehr Menschen verärgert. Landrat Christoph Göbel (CSU) spielte den Ball weiter, stimmte sich mit seinen Landratskollegen ab, und prompt stellten sich alle MVV-Gesellschafter hinter die Forderungen.

„Wir sind nicht zufrieden mit der S-Bahnleistung“, erklärte Landrat Göbel nun im Mobilitätsausschuss des Kreistags, „wir wollen eindeutig Verbesserungen.“ Einstimmig fordert der Landkreis München ein funktionsfähiges Störungsmanagement. Es muss nachvollziehbar sein, wie viele Fahrgäste betroffen waren, wie sie informiert wurden und wie schnell Abhilfe geschaffen wurde. Die S-Bahn soll die Kunden via Internet informieren und einen ausreichenden Schienenersatzverkehr zur Verfügung stellen. Das Landratsamt lädt nun, den Vorsitzenden der S-Bahn München und die zuständige Mitarbeiter im bayerischen Verkehrsministerium in den Mobilitätsausschuss ein. Dass der FDP-Antrag auf so große Resonanz gestoßen ist, habe ihn „fast vom Stuhl gehauen“, sagt FDP-Sprecher Manfred Riederle, der selbst täglich die S-Bahn nutzt, „er ist eingeschlagen wie eine Bombe.“

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