Weniger Flüchtlinge, mehr Unterkünfte

Göbel: Turnhallen bleiben frei

Landkreis – Sportler können aufatmen: Der Landkreis verzichtet darauf, die Turnhallen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu sperren. Diese Nachricht hat Landrat Christoph Göbel verkündet.

Das Landratsamt gibt Entwarnung und nennt dafür zwei Gründe: Die Flüchtlingszahlen sinken derzeit, dadurch reduziert sich die Zuteilungsquote für den Kreis. Außerdem haben sich mittlerweile alternative Unterbringungsmöglichkeiten aufgetan – zum Beispiel in Taufkirchen, Unterhaching und Haar. Pressesprecherin Christine Spiegel schreibt in ihrer Mitteilung von „kurzfristig neuen, schnell zu realisierenden Kapazitäten“: Auf dem Bundeswehrgelände in Unterhaching werden zwei zusätzliche Traglufthallen errichtet. Bis Ende April können dort 400 weitere Flüchtlinge untergebracht werden. In Unterschleißheim werden Bürocontainer auf dem ehemaligen Airbus-Gelände mit geringem Aufwand in Unterkünfte verwandelt. Kapazität hier: 300 bis 400 Plätze ab Ende März. In Taufkirchen werden kommende Woche die Feel Home-Häuser (200 Plätze) vorgestellt, ebenfalls Mitte Februar ist die Traglufthalle Haar bezugsfertig.

Neue Sporthallen werden „in absehbarer Zeit“ nicht beschlagnahmt. Und auch die genutzten Turnhallen in Haar und Unterschleißheim können schon bald wieder dem Schul- und Sportbetrieb zurückgegeben werden. Landrat Göbel bilanziert zufrieden: „Es hat sich gelohnt, den unbequemen Weg zu gehen und Alternativen zu prüfen.“ Turnhallen sei die denkbar schlechteste Möglichkeit, Migranten ordentlich unterzubringen. Trotzdem mussten die Sportler in Straßlach-Dingharting, Baierbrunn, Feldkirchen, Pullach und Grasbrunn bis gestern zittern, dass ihre Hallen belegt werden. Zumindest theoretisch. Denn praktisch hatte Pressesprecherin Spiegel schon angedeutet, dass es vielleicht auch ohne Turnhallen geht.

Unterhaching war in Gespräche eingebunden

Auf die Pressemitteilung des Landratsamts hat die Gemeinde Unterhaching unmittelbar reagiert. Unterhaching habe Anteil an dieser positiven Entwicklung, teilt Pressesprecher Simon Hötzl mit: „Die Kommune war in die Gespräche mit eingebunden. Wir sind sehr froh, dass wir durch diese Maßnahme die Hallenbelegungen in Unterhaching und den anderen betroffenen Kommunen abwenden konnten.“

Elke Summer

Rubriklistenbild: © dpa

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