Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Digitale Bühne: Lothar Stetz und sein VHS-Team haben viele Veranstaltungen ins Internet verlegt. Einen Großteil des Programms konnten sie retten, auch weil sie das Semester jetzt noch bis Mitte August verlängern.

„Kommen mit zwei blauen Augen davon“

VHS-Nord bietet komplettes Programm an - Der Leiter erklärt, wieso

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Volkshochschulen hatten zu kämpfen, haben es teilweise noch. An der VHS-Nord wird das komplette Programm durchgezogen - und das Semester wurde verlängert.

Landkreis– Die VHS-Nord hat sich von den Corona-Maßnahmen nicht ausbremsen lassen. Direktor Lothar Stetz und sein Team setzten nach drei Monaten voller Unsicherheit alles daran, das Sommersemester durchzuziehen. Stetz gab Anfang Juni die Devise aus: „Was geht, soll in irgendeiner Form stattfinden!“ Ein großes Risiko. Schließlich finanzieren sich die Volkshochschulen zu 50 Prozent über Gebühren. „Bisher ist die Strategie richtig“, sagt Stetz. Andere Volkshochschulen hatten schon im April das Semester beendet. Stetz und seine 17 Mitarbeiter haben es dagegen bis Mitte August verlängert und konnten viele Kurse retten. Über seine Strategie und, wie er bisher damit fährt, spricht der 62-Jährige im Interview.

Herr Stetz, wie kamen Sie zur Devise „Alles, was geht, soll stattfinden“?

Ab dem 16. März war die Situation zu unklar, um einzuschätzen, was die Pandemie für die Volkshochschulen bedeutet. Volkshochschulen haben ja unterschiedliche finanzielle Spielräume. Da gab es verschiedene Wege. Manche Kollegen haben Kurzarbeit angemeldet, andere haben das Semester vorzeitig beendet. Das bedeutet aber, dass die vielen freiberuflichen Dozenten kein Honorar bekamen. Wir haben in Team und Vorstand gesagt, wir geben nichts auf und führen das Semester durch – so gut es eben geht.

Sie haben sich ins Zeug gelegt, haben ein finanzielles Risiko gewagt. Was hat geholfen?

Wir mussten ab Mitte März über eine lange Zeit eine unsichere Situation kommunizieren. Erst vor den Pfingstferien war klar, dass Präsenzveranstaltungen überhaupt wieder möglich sind. In der Zwischenzeit hatten wir sehr schnell unseren Online-Bereich aufgebaut und einen Teil unserer Kurse überbrücken können. So haben wir vor den Pfingstferien teilweise 200 Veranstaltungen pro Woche durchgeführt. Das ist, gemessen an unserer Größe, schon sehr ordentlich.

Wie war das Feedback der Dozenten?

Sehr positiv. Sie waren froh, dass wir nicht erklärt haben, wir sichern die Einrichtung und ihr schaut, wo ihr bleibt, sondern, dass wir für sie mitdenken. Bislang ist diese Strategie aus meiner Sicht die richtige, weil wir doch noch viel retten können.

Haben Sie Kurzarbeit angemeldet?

Den Antrag hatte ich eingereicht, er wurde auch genehmigt. Kurzarbeit kam dann aber nicht in Frage, wir hatten ja mehr als genug zu tun.

Hat online auch Vorteile für die Teilnehmer?

Ja, die Leute können zu Hause bleiben, mitdiskutieren, sehen oft auch mehr. Viele konnten wir mitnehmen. Im Studium Generale, das ja eher ältere Teilnehmer besuchen, sind es bis heute teilweise bis zu 60 Zuhörer. Wir haben sehr gute Rückmeldungen. Aber ein Teil konnte mit dem Online-Medium nichts anfangen. Das größte Problem waren aber Kulturveranstaltungen. Den Künstlern, die monatelang nichts machen konnten, ging es am schlechtesten. Jetzt, wo wir eine Chance haben, führen wir auch diese Veranstaltungen durch, manche in großen Sälen, manche im Freien.

Als VHS finanzieren Sie sich zu 50 Prozent durch Gebühren. Wie fällt Ihre Bilanz bisher aus?

Die Teilnehmergebühren sind ein entscheidender Faktor. Wir sind extrem verletzbar, wenn wir keine Gebühren einnehmen. Es fallen 25 Prozent mehr Kurse aus als im Vorjahr, die meisten Kurse können nur teilweise durchgeführt werden. Das führt zu einem erheblichen Gebührenausfall. Vorsichtig betrachtet – wir sind ja noch nicht am Ende – ist es im Vergleich zu den Vorjahren natürlich ein extrem schlechtes Semester. Aber wir kommen nicht in Zahlungsschwierigkeiten. Da hilft uns die Verlängerung des Semesters in den August und die Solidarität unserer Teilnehmer, die unsere Überbrückungsangebote angenommen haben, als einen adäquaten Ersatz bewerten und keine Gebühren zurückverlangen. Für uns zeichnet sich ab, dass wir mit zwei blauen Augen davonkommen. Wenn alles so bleibt.

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