Große Last für die Feuerwehren

Viel zu oft falscher Alarm

Landkreis - Ein lästiges Problem für die Feuerwehren: 81 Prozent aller Alarme, die 2014 im Landkreis durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden, waren Fehlalarme.

Feuerwehrleute dürfen sich von Fehlalarmen nicht mürbe machen lassen. Und es gilt in der Feuerwehreinsatzzentrale der Grundsatz: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig alarmieren. Laut Feuerwehr gibt es in den 29 Landkreiskommunen insgesamt 1010 Brandmeldeanlagen. Hochhäuser, Pflegeeinrichtungen, große Bürohäuser oder Tiefgaragen etwa werden mit diesen Systemen ausgerüstet. 

607-mal haben sie 2014 Alarm geschlagen, nur 117-mal handelte es sich um einen echten Alarm. Die hohe Zahl von Alarmen durch die Brandmeldeanlagen sieht man in der Feuerwehreinsatzzentrale im Landratsamt grundsätzlich positiv als Früherkennungsalarme. Menschen können rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, und der Brandschaden wird eingedämmt. Das zeigte kürzlich erst ein Fall im Klinikum Neuperlach: Dort löste die automatische Brandmeldeanlage Alarm aus. In einem Abstellraum für Essenswarmhaltewagen im dritten Stock war aufgrund eines technischen Defekts an einem Wagen ein Schmorbrand ausgebrochen. Der gesamte Abstellraum war stark verraucht. Die Feuerwehr konnte den giftigen Rauch mit Spezialgeräten aus dem fensterlosen Raum absaugen. Für Patienten bestand zu keiner Zeit Gefahr.

An einem Tag rückte die Feuerwehr drei Mal aus, drei Mal war es ein Fehlalarm

Die hohe Frequenz des Ausrückens aufgrund von Alarmen durch Brandmeldeanlagen belastet die Feuerwehren im Landkreis aber zunehmend. An einem Tag rückte die Feuerwehr Unterschleißheim heuer drei Mal mit einer Mannschaft von 25 Kameraden zu immer demselben Industriegebäude aus, um dann festzustellen, dass es sich wieder nur um einen Fehlalarm handelte. Anschließend verlangte die Stadt allerdings eine Strafe von 500 Euro vom Verursacher.

„Als in demselben Gebäude kurze Zeit später das vierte Mal ein Alarm ausgelöst wurde, brannte es dann aber wirklich“, berichtet Michael Meyer, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim. „Wir predigen der Mannschaft ständig, dass man jeden Alarm ernst nehmen muss“, sagt der Pressesprecher. In Unterschleißheim gibt es 76 Brandmeldeanlagen. Sie lösten in diesem Jahr bisher 52-mal aus. Jedesmal rückte ein kompletter Löschzug aus. „Nur acht Mal war es ein echter Alarm, bei dem Rauch die Ursache war“, sagt Meyer.

Schweißarbeiten aktivierten den Brandmelder

Wo ein Notruf fahrlässig oder mutwillig ausgelöst wird, setzt die Feuerwehr daher Grenzen. Die Unterhachinger Feuerwehr fuhr vor einiger Zeit dreimal in einer Woche zu einem Bürohaus in der Biberger Straße, mit zwei Löschfahrzeugen, einer Drehleiter und einem Führungsfahrzeug. 25 Ehrenamtliche hatten für den Einsatz ihren Arbeitsplatz verlassen. Jedesmal waren es Schweißarbeiten im Zuge eines Umbaus, die den Rauch verursachten und die Brandmelder aktivierten. Der Hausmeister hätte nur den Melder abstellen müssen. 

Bei einer Tierrettungen oder einem Wasserschaden muss der Disponent in der Feuerwehreinsatzzentrale allerdings - anders als bei einem Alarm über einen Brandmelder - nicht gleich "scharf" alarmieren und 25 Mann vom Arbeitsplatz wegholen. Hier kann er "Fingerspitzengefühl" beweisen und zunächst einen Kommandanten oder Gerätewart verständigen, der die Lage vor Ort einschätzt.

Wurde aber einmal Alarm ausgelöst, lässt sich die Freiwillige Feuerwehr nicht mehr abwimmeln. „Selbst wenn ein Hausmeister in der Zentrale anruft und entwarnt: Alles halb so schlimm“, sagt der Unterhachinger Kommandant Christian Albrecht, „da geben wir nichts drauf. Wir fahren immer hin.“ 

Charlotte Borst

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