Steigende Schülerzahlen

Landkreis-Osten braucht noch ein Gymnasium

Feldkirchen - Im Osten des Landkreises München soll ein neues Gymnasium entstehen. Als geeignete Standorte kommen Aschheim oder Feldkirchen in Frage. Schüler gibt es genug.

Das geht aus dem Schulbedarfsplan hervor, den Gutachter Christian Rindsfüßer dem Kreisausschuss vorstellte. Hintergrund sind die steigenden Schülerzahlen, die im Landkreis bis 2030 erwartet werden. „Es bestätigt sich, was wir quer durch die Fraktionen angenommen haben: Wir brauchen für die Schüler im Nordosten des Landkreises ein weiteres Gymnasium“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) zu den Ergebnissen der Studie, die seine Behörde in Auftrag gegeben hatte. Dieses Projekt müsse man nun „ohne weitere Zeitverzögerung“ verfolgen.

Kirchheim müsste sonst 1800 Schüler aufnehmen

Denn ein Neubau braucht Zeit. Ohne einen solchen Neubau in Aschheim oder Feldkirchen würden im Jahr 2030 rund 1800 Schüler das Gymnasium in Kirchheim besuchen, davon vermutlich 1600 aus dem Landkreis. Ausgelegt sei die Schule lediglich auf 1300 Schüler, merkte Kirchheims Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) an. Für ihn ist daher eine zusätzliche Schule unabdingbar.

Ein Gymnasium in Aschheim würden nach Einschätzung des Gutachters etwa 750 Schüler besuchen, 600 von ihnen wohnen im Landkreis. Für Feldkirchen liegen die Zahlen bei 900 Schülern, davon kommen 800 aus dem Landkreis. Niemand müsse fürchten, dass das Kirchheimer Gymnasium in Folge eines Neubaus einmal zu wenig Schüler haben könnte, sagte Christian Rindsfüßer.

Der Schulbedarfsplan wird nun an den Zweckverband „Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München“ übergeben. Bei ihm liegt die Entscheidung, zusammen mit den Gemeinden Feldkirchen und Aschheim. „Vor Ort wollen wir eine vernünftige Entscheidung fassen“, sagte Böltl, der nicht nur Bürgermeister in Kirchheim ist, sondern auch der Vorsitzende des Zweckverbandes.

SPD bevorzugt Standort Feldkirchen

Während im Osten des Landkreises nun über einen passenden Standort beraten wird, befindet sich das Gymnasium in Ismaning bereits in Planung. Und selbst für das ebenfalls schon genehmigte in Unterföhring werde es genügend Schüler geben, sagte Rindsfüßer. Der Gutachter rechnet in Ismaning im Jahr 2030 mit 750 Schülern. Für das Unterföhringer Gymnasium prognostiziert er rund 600 Schüler aus dem Landkreis. Plus etwa weitere 900, die aus München hier den Unterricht besuchen könnten.

In der Diskussion zeigte sich, dass die SPD im Kreisausschuss den Standort Feldkirchen favorisiert. Wie der Gutachter gehen auch die Sozialdemokraten davon aus, dass dort mehr Schüler Platz finden können. Annette Ganssmüller-Maluche, Kreisrätin und stellvertretende Landrätin (SPD), glaubt, dass langfristig sogar beide Schulen notwendig werden könnten.

Sind gar zwei neue Schulen nötig?

Dieser Ansicht ist auch der CSU-Fraktionschef im Kreistag, Stefan Schelle: „Es wird nicht das letzte Gymnasium sein, mit dem wir uns befassen“, sagte er mit Blick auf die demografische Entwicklung. Einen weiteren Aspekt sprach FDP-Kreisrat Tobias Thalhammer an. Die neue Schullandschaft im Landkreis könnte auch für Schüler aus München interessant sein. „In Oberföhring scharren die Schüler mit den Hufen. Die wollen nicht aufs Hasenbergl-Gymnasium am Hart."

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