Naherholung hier, Naturschutz dort: Das Zonen-Konzept der Regierung ist bei den Münchner Anwohnern noch umstritten. Der Landkreis hat zugestimmt.

Landkreis stärkt Naturschutz in der Heide

Landkreis - Der südliche Teil der Fröttmaninger Heide soll Naturschutzgebiet werden - das ist das klare Votum des Landkreises. Der Umweltausschuss folgt damit einer Verordnung der Regierung von Oberbayern. Unterdessen wird in München noch über die Regeln für die Naherholung diskutiert.

In München wurde die Entscheidung am selben Tag im Ausschuss für Stadtplanung verschoben. Seit April 2012 gibt es rege Debatten zwischen Anwohnern, Naturschutzexperten, Regierung und Heideflächenverein über das 350 Hektar große Gebiet. Es liegt sowohl auf Oberschleißheimer und Garchinger als auch auf Münchner Flur. Aufgrund seiner Bedeutung für Natur und Bevölkerung beabsichtigt die Regierung, das Gebiet endgültig als Naturschutzgebiet „Südliche Fröttmaninger Heide“ festzusetzen. Die Fläche ist Eigentum des Heideflächenvereins, in dem Garching, Oberschleißheim, München, Eching und die Landkreise München und Freising Mitglieder sind. Das Gebiet ist zu einem erheblichen Teil als FFH-Gebiet mit europäischen Schutzstatus nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen. Der Beschluss des Umweltausschusses soll Signalwirkung zeigen. Landrat Christoph Göbel (CSU) begrüßt die Entscheidung, die Fröttmaninger Heide mit Mitteln des Naturschutzes zu erhalten. Im Gegensatz zum Landkreis tat sich München bisher schwer damit, dem Vorstoß zu folgen. Denn die Anwohner kritisieren, dass die Regierung im Zonenkonzept, das auf einer zweijährigen Bürgerbeteiligung basiert, ihre Vorschäge am Ende zu wenig berücksichtigt habe, von einem Kompromiss könne keine Rede sein. In einigen Bereichen dürfen Fahrräder nicht mitgeführt und Heideflächen nicht betreten werden - andernfalls riskiert man Bußgelder.

Einige Regeln stießen auch im Kreis auf Widerworte. Abgesehen von Explosivgeschossen im Boden des einstigen Truppenübungsplatzes, sorgen vor allem die Hunde für Zwietracht. Das Zonenkonzept unterteilt das Gebiet in vier, mehr oder weniger schutzwürdige Bereiche: Im „Kernbereich“ genießt Naturschutz absoluten Vorrang, hier müssen Hunde an der kurzen Leine bleiben. In der Zone für „Heideerleben“ dürfen Hunde außerhalb der Brutzeiten von Oktober bis Februar frei laufen, aber nur wenn sie auf Zuruf gehorchen.

Kreisrat Erwin Knapek (SPD) missbilligt die Regelung: Der frühere Bürgermeister von Unterhaching berichtete von schlechten Erfahrungen mit frei laufenden Hunden im Hachinger Landschaftspark. In einem einzigen Jahr seien dort drei Schafe gerissen worden. „Ein Hund folgt einfach seinem Jagdinstinkt.“ Nikolaus Kraus (FW) forderte einen grundsätzlichen Leinenzwang. Nur so bekomme man das Problem in den Griff, argumentierte er.

Wege werden von Kampfmitteln befreit

Rolf Zeitler (CSU) aus Unterschleißheim fordert klare Betretungsregeln: Denn die nach wie vor im Schutzgebiet vermuteten Kampfmittel sind eine Gefahr. Daher sind fußläufige Erkundungen durch Teile der Heide eingeschränkt.

Der Verordnung stimmt der Kreis nur unter der Bedingung zu, dass die Spaziergängern Karten und GPS-gestützte Orientierungshilfen bekommen. Die Befreiung der Wege von Munitionsresten soll forciert werden. Grundsätzlich gilt: Freies Herumstreifen nur unter Lebensgefahr! Naturfreunde sollen sich an die ausgewiesenen Wege halten. Der Umweltausschuss folgte dem Erlass der Regierung, dagegen stimmte Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU). an

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