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Landkreis sucht Arbeitskräfte: Personalmangel in nahezu allen Branchen

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Von: Laura May

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In einem Restaurant hängt ein Zettel mit der Aufschrift: „Mitarbeiterin gesucht“
Praktisch jede Branche sucht Mitarbeiter. © Sebastian Gollnow / picture alliance / dpa

Im Landkreis München werden Arbeitskräfte händeringend gesucht. Und zwar in fast allen Wirtschaftsbereichen. Ein Grund dafür ist die niedrige Arbeitslosenquote.

Landkreis – Er sucht sie. Stadtnaher Landkreis, 82 Jahre alt, 664 Quadratkilometer und 29 Gemeinden groß, sucht qualifiziertes Personal jeden Alters, Geschlechts und für fast alle Wirtschaftsbereiche.

So könnte eine Kontaktanzeige lauten – wenn es die für den regionalen Arbeitsmarkt gäbe. Denn die Arbeitslosenquote im Landkreis München ist „verschwindend gering“, sagt Bernhard Sexl, Leiter des Jobcenters: „Wir haben zu wenig Arbeitskräfte!“

„Besonders betroffen sind...“

Der Personalmangel bahnt sich schon länger an und hat sich durch die Pandemie in bestimmten Branchen noch weiter verschärft. „Besonders betroffen von der aktuellen Lage sind die Branchen des Tourismus, die Veranstaltungsbranche, körpernahe Dienstleitungen und das Gastgewerbe. Während des Lockdowns waren diese Bereiche besonders lange von der Schließung betroffen“, so informiert die Pressestelle des Landratsamts.

Durch Einschränkungen und finanzielle Belastungen dieser Branchen hätten sich viele Mitarbeiter beruflich umorientiert – etwa in die florierende Logistikbranche. Während bei Logistik, Baugewerbe und im Internethandel die Zuwachsraten überproportional gestiegen seien, fehle das Personal zunehmende in anderen Bereichen.

Personalmangel in allen Branchen

Ohnehin gebe es mit einer Quote von 2,5 Prozent kaum Arbeitssuchende im Landkreis. „Unter drei Prozent gibt es eigentlich keine Arbeitslosigkeit“, sagt Sexl. Die Quote beschreibe eher den Anteil der Menschen, die sich gerade beruflich umorientieren oder nicht arbeiten können. Es gebe einfach zu wenig Arbeitskräfte im Landkreis. Vor allem zu wenig ausgebildete Arbeitskräfte.

Der Personalmangel zeichne sich in allen Wirtschaftsbereichen ab, heißt es von der Pressestelle des Landratsamts, vor allem „die Gewinnung von qualifiziertem Personal gestaltet sich zunehmend schwieriger. Eine erhöhte Nachfrage an Arbeitskräften sei „insbesondere in den Branchen Information und Kommunikation, Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung, Erziehung, Immobilien, Heime und Sozialwesen sowie im Baugewerbe“ zu verzeichnen.

„Unternehmen passen die Arbeit dann an die Ausbildung an“

Das Wichtigste für das Jobcenter sei es, bei ihnen gemeldete Menschen wieder in ein festes Arbeitsverhältnis zu bringen, erklärt Leiter Sexl. Vor allem Leute, die zuvor in prekären Teilzeitbeschäftigungen angestellt waren. Wenn die Qualifikation nicht stimmt, gebe es auch Lösungen, wie eine Kooperation zwischen Elektrobranche und Jobcenter, bei der unausgebildete Menschen etwa einfachere Vorarbeiten für Elektriker übernehmen. „Die Unternehmen passen die Arbeit dann an die Ausbildung der Menschen an“, sagt Sexl.

Wie ein verzweifelter Single muss sich der Arbeitsmarkt des Landkreises dem vorhandenen Angebot anpassen. Und wer weiß, vielleicht funktioniert´s dann auch ohne perfekte Ausbildung über die inneren Werte.

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