Schulbedarfsplan

Übertrittsquote bricht alle Rekorde

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Die höchsten Übertrittsquoten ans Gymnasium in ganz Bayern (durchschnittlich 60 Prozent), deutliche Schülerzuwächse an den Realschulen und eine stetig wachsende Bevölkerung: Der Landkreis bricht auch beim Thema Schulen alle Rekorde – und muss deshalb weiter bauen.

Landkreis– Aktuell stehen vier neue Schulen auf der Agenda des Kreises: ein Gymnasium in Aschheim, eine Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn und ein weiterer Schulcampus mit FOS/BOS und Realschule in Oberhaching oder in Sauerlach. Gleichzeitig steht bereits fest: Auch dieses Angebot wird den steigenden Bedarf nicht decken.

Am Montag haben die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Schulen erstmals Einblick in den neuen Schulbedarfsplan bis 2035 erhalten. Erarbeitet wurde dieser vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum (PV) und dem Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS), die die Zahlen aus dem Jahr 2013 weiterentwickelt haben.

Im Realschulbereich wird ein Schülerzuwachs von mehr als 20 Prozent erwartet. Der Bau der bereits genehmigten Realschule in Haar ist damit zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem rechnen die Experten damit, dass fast alle Realschulen im Landkreis bis 2035 deutlich mehr als 1000 Schüler haben werden. „Aus meiner Sicht ergibt sich hieraus ein deutlicher Handlungsbedarf“, betonte Landrat Christoph Göbel (CSU) in der Sitzung. Allerdings: Auch Göbels Hinweis auf „herzliches Bitten“ aus dem Kultusministerium, bei den Entscheidungen aufs Tempo zu drücken, beeindruckte den Ausschuss wenig. Eine Willenserklärung in Sachen neuer Schulen wurde von den Fraktionen vertagt.

Zu spät seien ihnen die nötigen Informationen für eine fundierte Entscheidung zugestellt worden, hatte Grünen-Fraktionssprecher Christoph Nadler bereits am 9. März, vier Tage vor der Ausschusssitzung, beklagt. Bei einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro pro Schule wolle niemand eine Entscheidung übers Knie brechen. Nadler will sichergestellt wissen, im Sinne der Gemeinden zu handeln.

Der Schulbedarfsplan jedenfalls mahnt „dringenden Handlungsbedarf“ an. Der Zweckverband „Staatliche Weiterführende Schulen im Osten des Landkreises“ hat seine Wahl getroffen und sich im Februar für ein Gymnasium in Aschheim entschieden. „Da bleibt uns nicht mehr viel, als die Sache abzunicken“, sagte Göbel. Dennoch ist ein zweites Gymnasium in Feldkirchen langfristig ebenfalls noch möglich. Sicher scheint zudem die neue Realschule in Höhenkirchen. Hier hat der Zweckverband Südost das letzte Wort.

Potenzial besteht zudem für mindestens eine weitere Realschule im Süden. Der aktuelle Bedarfsplan gibt Oberhaching den Vorzug gegenüber Sauerlach. Dank besserem ÖPNV-Anschluss dürfte Oberhaching mit zehn Prozent mehr Schülern rechnen, begründete SAGS-Chef Christian Rindsfüßer ein „leichtes Pro für Oberhaching“. Der Synergieeffekte wegen rät das beauftragte Planungsbüro gleich zu einem Schulcampus. „Der Bedarf für eine weitere FOS/BOS im Süden zeichnet sich seit Jahren ab“, bestätigte auch Landrat Göbel. Laut aktueller Pressemeldung aus dem Landratsamt könne man „im Süden eventuell sogar über zwei Standorte nachdenken sowie langfristig über einen weiteren im Norden oder Nordwesten des Landkreises“. Am 27. März wird in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kreisausschuss weiter über den Schulbedarfsplan und das konkrete Vorgehen beraten. 

Rubriklistenbild: © dpa

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