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E-Mobilität in Aying: Student Bernhard Grundner (l.) erklärt den beiden Unterschleißheimer Stadträten Brigitte Weinzierl (CSU) und Bernd Knatz (Ödp) das Projekt und die Inhalte seiner Gruppe .

Ausstellung im Landratsamt

Visionen für die verkehrsgeplagte Metropolregion

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Landkreis – Elektrisch betriebene Shuttlebusse, die Autofahrer von Gratis-Parkplätzen im Außenbereich zu ihrem Ziel chauffieren; Kutschenfahrten zu touristischen Highlights in Aying und die Stadt München, die nach dem Vorbild von Moskau oder Dubai durch eine Monorail erschlossen wird: Innovative Lösungsansätze zu Fragen der Mobilität präsentiert die Hochschule München derzeit in einer Wanderausstellung im Landratsamt. 

Den Visionen sind keine Grenzen gesetzt.Noch bis Freitag, 27. Januar, sind die Konzepte, die rund 80 Studenten und ihre Dozenten im Sommersemester 2016 in Zusammenarbeit mit dem Verein „Europäische Metropolregion München“ (EMM) erarbeitet haben, sind im Foyer des Landratsamts zu sehen. Landrat Christoph Göbel (CSU) ist froh über die neuen Denkansätze zu altbekannten Fragen. Mobilität ist seiner Ansicht nach das „Top-Thema der Region“. Eines, das nahezu alle anderen Bereiche tangiert. Ob Gewerbe- oder Bevölkerungsentwicklung, Freizeit, Energie oder Naturschutz – ohne passable Infrastruktur geht nichts.

Das Projekt war als Semesterarbeit angelegt mit dem Ziel: Über Einfluss von außen Bewegung in das Thema Mobilität bringen. Neue Anstöße von Leuten fernab üblicher Denkmuster.

Bernhard Grundner etwa, Student der Fakultät „Sozialwesen“, wohnt keine zwei Straßen vom Landratsamt entfernt. Engagiert hat er sich im Projekt für Aying und die E-Mobilität. Denn „das ist, was mich besonders interessiert.“ In Absprache mit der Gemeinde erarbeitete sein Team mit sechs Studenten und vier Dozenten Vorschläge, um CO2-Emissionen zu reduzieren und den motorisierten Individualverkehr zurückzufahren.

In einem Drei-Stufen-Plan rät das Team der Gemeinde Aying den Ausbau von Carsharing und Pro-Fahrrad-Aktionen, lobt das Bemühen um ein Dasein als fahrradfreundliche Kommune, empfiehlt einen Shuttle-Bus für Touristen – und als besonderen Clou: Kutschenfahrten zu touristischen Zielen. Das Team spart auch nicht mit Kritik: MVV-Busse seien gegenwärtig ineffizient getaktet, zeitraubendes Umsteigen fördere eher Individualverkehr statt Alternativen zu bieten. Grundsätzlich gilt: „Die Leute müssen umdenken“, sagt Grundner. Eingefahrene Gewohnheiten erschweren die Umsetzung neuer Ideen. „Ein Leben ohne Auto ist für viele unvorstellbar.“ Grundner und seine Kommilitonen wissen: Der Prozess der Umgewöhnung dauert lange.

Nicht nur bei den Ideen aus Grundners Team. Angehende Architekten, Sozialarbeiter und Maschinenbauer befassten sich mit neun Fragestellungen zur Mobilität. Als Partner waren unter anderem die Städte Kaufbeuren, Landshut und München, die Industrie- und Handelskammer, die Bürgerstiftung Energiewende Oberland und der Kreis Ostallgäu mit im Boot.

Ideen wie die Monorail, eine zumeist elektrisch betriebene Einschienenbahn, die ähnlich der Wuppertaler Schwebebahn auf Pfeilern entlang des Münchner Rings geführt wird, und batteriebetriebene Doppeldeckerbusse mit Infos zu Umsteigemöglichkeiten faszinieren auch den Landrat. Seine Lieblings-Vision: Den in die Stadt München ausgerichteten S-Bahnverkehr hätte er gern durch tangentiale Busverbindungen zwischen den Landkreis-Kommunen optimiert. Göbel hofft auf Sonderspuren für Busse mit hoher Transportkapazität, elektrisch betrieben. „Das wird irgendwann kommen.“ Die Zukunft für alternative Antriebe sieht Student Grundner im Wasserstoff. „Da ist viel mehr Potential hinter als in der Steckdose.“ Das Semester schloss er mit der Note 1,3 ab.

Metropolregion München

Die 26 Landkreise und sechs kreisfreie Städte starke Metropolregion München reicht mit 25 000 Quadratkilometern an die Fläche Belgiens heran. Gemeinsames Forum ist der gleichnamige Verein. Mitglieder sind die kreisfreien Städte, Landkreise, kreisangehörigen Städte und Gemeinden, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Unternehmen und weitere Vertreter aus Gesellschaft und Wissenschaft. Die Geschäftsstelle des Vereins ist in München. Die EMM ist eine von derzeit elf Metropolregionen in Deutschland.

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