Hohe Nachfrage bei Männerberatungsstelle

Nie wieder Täter sein

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Landkreis - Die Männerberatung im Landkreis München (MILK) bietet Männern, die körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt gegenüber Partnerinnen ausgeübt oder angedroht haben, eine fachliche Beratung an. Die Nachfrage ist enorm. Das erst im Januar gestartete Projekt ist schon nach einem halben Jahr an seine Grenzen gelangt. Der Landkreis sichert jetzt Unterstützung zu.

Die Männerberatung ist das Ergebnis eines Konzepts der „Brücke Erding“ und wird seit Jahresbeginn vom Kreisjugendamt in Zusammenarbeit mit der Brücke und der Interventionsstelle des Landkreises München erfolgreich erprobt. Die Arbeit läuft so gut, dass der vom Kreis für das Frühjahr 2017 angefragte, erste Zwischenbericht schon heute vorliegt. MILK richtet sich an Männer, die ihrem Partner körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt angedroht haben oder bereits gewalttätig geworden sind. Zum Thema „Häusliche Gewalt“ berät MILK außerdem in familiengerichtlichen Verfahren. Im Rahmen des sogeannnten „Sonderleitfadens“ (Münchner Modell) werden Eltern zunächst getrennt, später gemeinsam beraten. Die Gespräche werden in Kooperation mit der Interventionsstelle Landkreis München (ILM) durchgeführt. Ziel ist eine einvernehmliche Umgangsregelung im Interesse des gemeinsamen Kindes.

Die in der Eltern- und Jugendberatungsstelle des Landratsamts angesiedelte Fachstelle „Häusliche Gewalt“ bot die projektbezogenen Beratungen ab Januar in einem Raum der Arbeiterwohlfahrt in der Balanstraße an. Binnen kürzester Zeit war der Terminkalender des von der „Brücke Erding“ abgestellten Gewaltberaters voll. Wie MILK-Verantwortliche Maria Weinzierl den Kreisräten im Sozialausschuss mitteilte, führte der Sozialpädagoge in 17 Beratungstagen bisher 42 Einzelgespräche und sechs Paar-Gespräche. Darüberhinaus nahm er an zwei Gerichsterminen teil. „Das ist unerwartet schnell angelaufen“, sagte Weinzierl. „Herr Bahr ist voll ausgelastet.“ Von den zehn Männern, die der diplomierte Gewaltberater empfing, sind sechs im Rahmen des Sonderleitfadens in der Balanstraße vorstellig geworden. Die übrigen vier sind Selbstmelder.

Der Gewaltberater aus Erding steht dem Projekt an einem Wochentag zur Verfügung. Laut Weinzierl zeichnet sich ab, dass der Bedarf zur Durchführung des Sonderleitfadens weiter zunehmen wird. Mit den derzeitigen Ressourcen sei es kaum möglich, den bestehenden Bedarf abzudecken. Anfragen müssten auf die Warteliste verschoben werden. Die aktuellen Fälle dürften kaum vor Oktober bedient sein. In dem Zusamenhang als problematisch dürfte sich der Umgang mit Selbstmeldern erweisen. Gespräche sollten unbedingt zeitnah geführt werden, solange die Phase emotionaler Betroffenheit, der Drang, sich Hilfe zu suchen, anhält. Weinzierl: „Je früher wir nach einer Gewalttat beraten, umso besser.“ Gegenwärtig überlegt das MILK-Team, wie betroffene Kinder in die Gespräche einbezogen werden können. „Wir wünschen uns, dass gerade die Kinder effektiv unterstützt werden“, sagt Weinzierl. Dabei hat das MILK-Team bereits Probleme damit, den Eltern zu helfen. „Wir würden Mutter und Vater zunächst gern getrennt beraten, haben aber nur den einen Raum in der Balanstraße“, sagte Weinzierl. Landrat Christoph Göbel (CSU) versprach daraufhin, dem Projekt ein freies Zimmer in der Frankenthaler Straße, einer Außenstelle des Landratsamts nahe Giesinger Bahnhof, zur Verfügung zu stellen.

Die Beratungsstelle

befindet sich in der Balanstraße 55, in München, Tel. 0176/20 81 27 84; E-Mail: thomas.bahr@bruecke-erding.de. Mehr Informationen finden Interessierte unter www.landkreis-muenchen.de.

Andreas Sachse

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