Lärmschutz

Ein Zuschuss für mehr Lebensqualität

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Landkreis - Für Anwohner von Kreisstraßen ist der ständige Verkehrslärm eine enorme Belastung – mancherorts gar gesundheitsschädlich. Das Landratsamt will jetzt für mehr Ruhe sorgen. Mit einem neuen Förderprogramm sichert der Landkreis München Betroffenen künftig finanzielle Unterstützung zu im Kampf gegen den Lärm.

Konkrete Richtlinien regeln, wer Anspruch auf einen Zuschuss hat. Insgesamt eine halbe Millionen Euro stehen an Subventionen für verschiedene Lärmschutzmaßnahmen zur Verfügung. Über 106 Kilometer umfasst das hochfrequentierte Kreisstraßennetz, das sich quer durch den gesamten Landkreis zieht. Lärmgeplagte Anwohner können nun ihren Anspruch auf Förderung beim Landratsamt geltend machen, wenn der Lärmpegel in den Wohnräumen sogenannte Immissionsgrenzwert erreicht oder überschreitet. In Wohngebieten etwa liegt die kritische Obergrenze tagsüber bei 67 Dezibel und nachts bei 57 Dezibel. Diese Werte richten sich nach den Ergebnissen eines Lärmgutachtens, das das Landratsamt bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben hat. Subventioniert werden sowohl aktive als auch passive Maßnahmen. Lärmschutzwände und -wälle fallen in die erste Kategorie. Sie werden pro Quadratmeter gefördert. Passiver Schallschutz bezeichnet alle baulichen Maßnahmen wie schalldämpfende Fenster oder Lüftungsanlagen. Sie werden mit einem Festbetrag von maximal 5000 Euro bezuschusst.

Der aktive Lärmschutz hingegen wurde mit keiner Förder-Obergrenze versehen. Das hat einen einfachen Grund: „Man kann hier schlicht keine Grundregel fassen“, sagt Landrat Christoph Göbel (CSU). Das Landratsamt müsse daher individuell, von Fall zu Fall, entscheiden, „ob und in welchem Umfang gefördert wird“. Ein Kriterium muss dabei auf alle Fälle erfüllt werden. „Die Maßnahme muss sinnvoll sein.“ Diese Sinnhaftigkeit wäre etwa nicht gegeben, wenn ein Antragssteller auf seinem Grundstück einen Wall errichten möchte, die beiden Nachbarn aber nicht mitziehen. Eine entsprechende Förderung käme hier nicht in Frage. „Solche Fälle werden natürlich genau geprüft“, versichert Landrat Göbel, was von allen Kreisräten begrüßt wurde. Grundsätzlich sei der verabschiedete Richtlinienkatalog ein „sehr weitreichender Vorschlag“ und „einfach im Prozedere“, sagt Kreisrat Stefan Kern (CSU). Er erhofft sich wieder „mehr Lebensqualität“ für die Lärmgeschädigten. Zum 1. Mai treten die Richtlinien in Kraft. Probehalber für ein Jahr. Dann, so einigten sich die Fraktionen, wird das Konzept überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Florian Prommer

Rubriklistenbild: © dpa

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