Johanna Rumschöttel sieht die Gemeinden im Landkreis mit der Finanzie-      rung benachteiligt. foto: fkn

Landrätin hält zweite Stammstrecke für "unverzichtbar"

Landkreis - Wenig Begeisterung im Landkreis München löste in dieser Woche die Haltung der Staatsregierung aus, die Landkreise rund um München und die Landeshauptstadt könnten die zweite Stammstrecke der S-Bahn mitfinanzieren.

350 Millionen Euro müsste das Umland aufbringen, um den ersehnten zweiten S-Bahntunnel zu erhalten, rechnete Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) vor.

„Nette Idee“, kommentierte amüsiert der stellvertretende Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel (CSU), die Idee der Staatsregierung, die Landkreise bei der Finanzierung „mit in die Bütt zu nehmen“, wie er es ausdrückt: „Das ist eine große Erkenntnis, dass wir Landkreise freiwillig uns beteiligen dürften. Es besagt vor allem, dass es also nicht unsere Aufgabe ist. Wir sind also nicht in der Pflicht!“ Und wenn Innenminister Joachim Hermann (CSU) von „politischer Pflicht der Landkreise“ spreche, wie zu hören war, solle er doch erst einmal prüfen, wohin denn eigentlich die Gewinne der Bahn AG als Betreiber der S-Bahnen gehen: zur Bahn oder zum Bund? Und wie man diese Gewinne zur Verbesserung der Infrastruktur besser nutzen könne.

„Den Ausbau einer zweiten Stammstrecke halte ich sowohl für unsere Bürgerinnen und Bürger wie auch vor dem Hintergrund der Europäischen Metropolregion für unverzichtbar“, stellt die Münchner Landrätin Johanna Rumschöttel klar. „Die Zuständigkeit für die Finanzierung ist gesetzlich klar geregelt und liegt beim Freistaat und beim Bund“, so Rumschöttel. Vor dem Hintergrund der Nichtzuständigkeit hatte sich der Münchner Kreistag in seiner letzten Sitzung am 26. März 2012 mehrheitlich dafür ausgesprochen, „alle Mandatsträger im Deutschen Bundestag und im Bayerischen Landtag dazu aufzufordern, sich nachdrücklich gegenüber der Bundesrepublik und dem Land Bayern für die Realisierung der sogenannten zweiten Stammstrecke einzusetzen.“

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