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Das Handwerk stärken will FDP-Landtagskandidat Thomas Jännert.  

Landtagskandidaten im Porträt

Thomas Jännert legt Senkrechtstart bei FDP hin

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Nach zwei Jahren zum Landtagskandidat: Thomas Jännert hat sich bei der FDP schnell hochgearbeitet. Und ist dabei doch ein sehr bodenständiger Liberaler. 

Kirchheim – Nach nur zwei Jahren bei den Liberalen wurde Thomas Jännert Landtagskandidat für die FDP im Stimmkreis München Land Nord. Zwar haben die Parteien allgemein keinen allzu großen Mitgliederzulauf mehr, und Neulinge bekommen schnell mal Aufgaben übertragen. Aber der Aufstieg des Kirchheimer FDP-Manns darf wohl als Senkrechtstart bezeichnet werden.

Landtagskandidat Thomas Jännert (FDP) hat die Stichwahl überraschend gewonnen

Thomas Jännert, 41 Jahre, Janker, Hemd, Jeans, passt ganz gut in die Vorstellungen, die man sich von einem FDP-Politiker macht. Auch wenn er weder Anzug noch Krawatte trägt. Im Februar 2015 trat er in die FDP Kirchheim-Heimstetten ein, im April wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Inzwischen leitet er den Ortsverband, ist Mitglied im Kreisvorstand und seit Juli 2017 Landtagskandidat. Spontan hielt er eine Rede vor den Delegierten. Völlig überraschend gewann er die Stichwahl. 

Und plötzlich ist der Quereinsteiger der Direktkandidat für den Stimmkreis München-Land-Nord. Zuvor hatte er seine Familie per WhatsApp gefragt, ob sie seine Kandidatur für den Landtag unterstützen würde. „Ja, mach“, hatten seine Frau und sein Vater geantwortet.

Landtagskandidat Thomas Jännert (FDP) kam aus Frust zur Politik

Der Juniorchef steht auf dem Hof und lächelt in die Kamera, während zwei Lkw zwischen den beiden Werkstatthallen rangieren. Die Firma Jännert vermietet Anhänger und Nutzfahrzeuge, führt Reparaturen durch und macht komplette Fahrzeugaufbauten. Thomas Jännert leitet das Unternehmen, das 17 Mitarbeiter hat – vom Fahrer über den Administrator bis zum Mechaniker und Fahrzeugbauer – gemeinsam mit seinem Vater Herbert.

Zur Politik ist er gekommen, weil er sich geärgert hat. „Als wir einen Büroanbau machen wollten, hat uns die Gemeinde Steine in den Weg gelegt“, erzählt er: „Ich dachte mir, wenn das bei uns so läuft, haben andere Unternehmer sicher auch Probleme. Das wollte ich so nicht stehen lassen. Bürokratie und Fachkräftemangel stellen die Unternehmen vor riesige Probleme.“ – Auch bei der Integration von Flüchtlingen: Die Firma Jännert beteiligte sich als eine der ersten im Landkreis am Programm „Bayern Turbo“, mit dem Asylsuchende schnell in Ausbildung gebracht werden sollten. Mit einem Einwanderungsgesetz würde das leichter gehen: „Wir brauchen die Einwanderung. Wir haben keine Arbeitslosigkeit, es ist keiner da, den man einstellen kann.“

Beim Thema Verkehr fordert er einen langfristig funktionierenden Masterplan für die Metropolregion, damit der Verkehr auf der Straße reduziert wird. Und einen faireren MVV-Tarif für die Gemeinden im Norden und Osten des Landkreises. Sinnvoll wäre auch ein Regionalbahnhalt in Unterschleißheim: „Das ist mit relativ wenig Mitteln möglich und wäre für viele Pendler ein großer Vorteil.“

Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ist für den dreifachen Vater – zwei Töchter, ein Sohn im Alter von 15,13 und sechs Jahren – ein großes Thema. Auch die Frage, wie man als Familie die Pflege der Großeltern bewerkstelligen kann. „Schnelles Internet hilft den Familien da sehr“, sagt Jännert. In Kirchheim habe man lange darauf warten müssen. Er arbeitet oft abends von zu Hause und hält viel von Homeoffice: „Es müssen nicht immer alle im Büro sitzen, und man entlastet den Verkehr auf der Straße.“

Landtagskandidat Thomas Jännert (FDP) ist ein Sänger und Segler

Nach der Mittleren Reife machte der gebürtige Kirchtruderinger zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Mercedes-Benz in München. Nebenbei arbeitete er im Familienbetrieb, schrieb Rechnungen und Angebote. Später hängte er Fachabitur und Diplomstudium an und ist heute Wirtschaftsingenieur. Früher, als er noch mehr Zeit hatte, sang Thomas Jännert in verschiedenen Chören, großen und kleinen. Heute verbringt er seine rare Freizeit gern mit der Großfamilie auf einem Segelschiff am Chiemsee.

Jännert wirkt bodenständig. Er ist einer, der nicht nur Probleme beschreibt, sondern Lösungen sucht. „Bekannte sagen mir: Ich wähle eigentlich nicht die FDP. Aber ich habe dich reden hören, dich wähle ich.“ Warum aber will er sich neben seiner 50-Stunden-Woche noch die Politik antun? „Ich will was bewegen“, erklärt der 41-Jährige. Mit Listenplatz 10 kann es gut sein, dass er im Landtag die Chance dazu erhält.

Zu den Porträts

Bis zur Landtagswahl am 14. Oktober stellen wir alle Kandidaten aus dem Stimmkreis München Land vor. Die Reihenfolge der Veröffentlichung erfolgt zufällig und ist kein Ausdruck einer Priorisierung oder Gewichtung.

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