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Herzensprojekt: Claudia Köhler hat den Unterhachinger Krautgarten ins Leben gerufen, wo Menschen verschiedener Kulturen gemeinsam Salat, Kräuter und Gemüse anbauen.

Landtagskandidaten im Porträt

Claudia Köhler: Eine Grüne, die nicht lange fackelt

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Claudia Köhler aus Unterhaching fordert schnelle Ergebnisse statt langer Reden. Sie sei eben ein ungeduldiger Mensch, der gerne mit anpackt. Die 51-Jährige tritt bei den Landtagswahlen für die Grünen im Stimmkreis München Land Nord an. 

Unterhaching– Als der offizielle Teil des Interviews beendet ist, fragt Claudia Köhler: „Mögen Sie noch einen frischen Salat mit nach Hause nehmen?“ Eine Antwort wartet die 51-Jährige gar nicht erst ab, sondern schneidet zielstrebig knackig-grüne Salatblätter aus dem Unterhachinger Krautgarten ab und drückt sie einem in die Hand. Dann schwingt sie sich aufs Fahrrad und radelt geschwind den aufkommenden Regenschauern davon.

Platz sieben auf der Landesliste der Grünen, Direktkandidatin für den Stimmkreis München Land Nord: Dass sie einmal in die Politik einsteigen würde. Das hätte sich Claudia Köhler bis vor ein paar Jahren kaum vorstellen können.

Ungefähr zehn Jahre ist es her, da regte sich Köhler – Mutter von drei Söhnen – im Zuge der Diskussion um G 8 und G 9 ungeheuer über das Bildungssystem auf. Sie engagierte sich im Elternbeirat des Lise-Meitner-Gymnasiums, kämpfte gegen Sparmaßnahmen auf dem Sektor Fremdsprachen. Eine Frau, die vor Energie strotzt und zur politischen Ausrichtung passt? Die Grünen fackelten nicht lange, sprachen die Unterhachingerin an und überzeugten sie, in die Partei einzutreten. Ihr Credo: „Wenn’s im Ehrenamt ums Anpacken geht, habe ich noch nie nein gesagt.“

Der Beginn einer recht steilen Polit-Karriere, denn schon 2014 kandidierte Köhler für die Grünen als Bürgermeisterin, wurde auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt und ist dort mittlerweile Fraktionsvorsitzende.

Landtagskandidatin Claudia Köhler (Grüne): „Ich versuche konstruktive Anregungen zu geben“

Und nun reizt sie also die Landespolitik. Für Claudia Köhler ein logischer Schritt nach ihren Erfahrungen im Gemeinderat: „Kommunal- und Landespolitik berühren sich eigentlich dauernd. Wir stoßen immer dann an Grenzen, wenn der Staat seine Hausaufgaben nicht gemacht hat – das möchte ich ändern.“

Die 51-Jährige nennt eine Reihe von Beispielen. Soziales und Bildung sind ihre Kernthemen, die Gymnasialreform regt sie auf: „Zehn Jahre lang haben sie mit G 8 und G 9 herumgekaspert, aber dabei die Digitalisierung völlig verschlafen – weder Lehrkräfte noch Schüler wurden darauf vorbereitet.“ In der Flüchtlingspolitik vermisst sie klare Strukturen, auch den sozialen Wohnungsbau habe der Freistaat vernachlässigt. „Jetzt, durch die Flüchtlinge, wird das Überfällige offensichtlich.“ Die Mobilität gelte es auch zu verbessern. „Mit dem Auto brauche ich zehn Minuten nach Ottobrunn, mit der S-Bahn eine Stunde.“ Ebenso die Energiepolitik: „Die Geothermie Unterhaching ist das beste Beispiel: Da leistet eine Kommune Pionierarbeit und der Staat lässt sie am ausgestreckten Arm verhungern.“

Bei allem Unmut über Defizite, eine „Wut-Grüne“ sei sie nicht, betont Köhler: „Ich versuche immer, konstruktive Anregungen zu geben und gute Ideen einzubringen.“

Landtagskandidatin Claudia Köhler (Grüne): „Ich will schnelle Ergebnisse“

Eine davon war der Krautgarten, den Claudia Köhler initiiert und als Ort fürs Interview ausgesucht hat. Bei diesem Projekt „Essbare Stadt“ kommen unterschiedlichste Menschen und Kulturen zusammen, um gemeinsam auf ökologischer Basis Gemüse und Salat anzubauen. Aus Gesprächen beim Säen und Ernten nimmt sie eine wichtige Erkenntnis mit: „Ich spüre Aufbruchstimmung. Jeder will sich gesund ernähren und hochwertiges Trinkwasser haben, zugleich sterben Insekten, und die Singvögel bleiben weg. Klassische grüne Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Dies nimmt die Diplom-Betriebswirtin als Ansporn, mit einem durchaus aussichtsreichen Listenplatz vielleicht ein Landtagsmandat gegen ihr berufliches Engagement im Münchner Stadtbüro der Grünen und bei der evangelischen Kirche zu tauschen. „Ich gehe mit einer Portion Optimismus an diese Aufgabe, aber auch mit Pragmatismus.“ Ihr Wunsch: „Ein Bindeglied zu werden zwischen Kommunal- und Landespolitik.“

Mit ihrer offenherzigen, frischen Art versprüht Köhler einen glaubwürdigen Enthusiasmus, man merkt: Die 51-Jährige ist keine weichgespülte Politikerin. „Den Ball flach halten, nicht auffallen? Nein, das ist nicht meins. Ich bin ein ungeduldiger Typ und will schnelle Ergebnisse.“ Wie bei der Salatfrage im Krautgarten. Die klärte Köhler auf ihre Weise: prompt und herzlich. Geschmeckt hat die grüne Kostprobe prima.

Zu den Porträts

is zur Landtagswahl am 14. Oktober stellen wir alle Kandidaten aus den Stimmkreisen München- Land Süd und Nord vor. Die Reihenfolge der Veröffentlichung erfolgt zufällig und ist kein Ausdruck einer Gewichtung.

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