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Die Führung der Trasse.

Putzbrunner Ortsumfahrung

Landwirt bringt Trasse in Gefahr

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Putzbrunn - Der Bau einer Maschinenhalle samt Getreidelager und einem Stall für die Rindermast könnte den geplanten letzten Bauabschnitt der Ortsumgehung von Putzbrunn zum Scheitern bringen. Das will die Gemeinde verhindern.

Um die Trasse zu retten, könnte die Gemeinde einen Straßenführungsplan aufstellen – und damit eine gewisse Verbindlichkeit für die Straße schaffen. Diesem Vorschlag der Verwaltung haben die Putzbrunner Gemeinderäte im Bauausschuss mehrheitlich zugestimmt. Nach jahrelangen und zähen Diskussionen hatte sich der Gemeinderat im vergangenen Jahr endlich auf die sogenannte Trasse A geeinigt. Sie verläuft innerhalb des Autobahnrings, zwischen dem Kreisverkehr an der Grasbrunner Straße bis zur B 471. Dort mündet sie ein, im Kreuzungsbereich Hohenbrunner Straße/A 99 Anschlussstelle Hohenbrunn. Im Juni 2015 wurde diese Trasse in den neuen, nicht beschlossenen Flächennutzungsplan aufgenommen (wir berichteten).

 Doch nun kann das alles Makulatur werden durch den Antrag auf Vorbescheid eines Grundstücksbesitzers. Ausgerechnet an der Einmündung der Ortsumgehung in die B 471 möchte er eine landwirtschaftliche Maschinenhalle mit Getreidelager und auch einen Rindermaststall errichten. „Damit wäre die Trasse nicht mehr zu realisieren. Ich bin überrascht, dass der Eigentümer jetzt mit der Anfrage auf einen Vorbescheid kommt“, sagte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Martina Hechl (Gemeinschaft pro Putzbrunn) sieht das nicht so tragisch: „Wenn mehrere Grundstückseigentümer nein sagen, müssen wir uns halt eine neue Trasse überlegen. Wir können nicht einfach über die Köpfe der Grundstückseigentümer hinweg etwas planen.“ 

Sie wollte wissen, ob es die Zustimmung von allen anderen Besitzern gibt. Klostermeier sagte, diese hätten die Zustimmung signalisiert. „Aber es bleibt offen, bis die Verträge beim Notar unterschrieben sind.“ 65 Grundstücke muss die Gemeinde Putzbrunn erwerben, um den dritten und letzten Bauabschnitt der Ortsumgehung verwirklichen zu können. „Ich bin dagegen, dass wir jetzt Geld ausgeben für die Planung der Trasse und gar nicht wissen, ob wir die notwendigen Grundstücke bekommen“, sagte Hechl. Martin Adler (Freie Wähler) stimmt ihr zu, schlägt vor, mit den Grundstücksbesitzern einen Vorvertrag zu schließen. Wie mit all jenen umzugehen ist, die ihren Grund nicht hergeben möchten, darüber hat der Gemeinderat zu entscheiden. 

Für Klostermeier ist das allerdings der übernächste Schritt. Zunächst gelte es, die Trasse zu sichern. Erst dann wisse man auch definitiv, welche Grundstücke benötigt würden. Schließlich gehe es darum, den Ort vom Durchgangsverkehr zu entlasten und den Ortskern städtebaulich neu zu gestalten. Fünf Gemeinderäte stimmten für dieses Vorgehen, Hechl und Adler votierten mit Nein. Das letzte Wort hat jetzt der Gemeinderat. Dort steht das Thema am 26. April an.

 Die Voranfrage zum Bau der 48 Meter langen und 24 Meter breiten Maschinenhalle mit einer Grundfläche von knapp 1200 Quadratmeter lehnten fünf Gemeinderäte ab. Etwa 600 Meter entfernt von der jetzigen Hofstelle soll die Halle errichtet werden. Bedenken äußerte bereits die Autobahndirektion Süd, weil das beantragte Bauvorhaben nur 20 Meter von der Ausfahrt der A 99 entfernt liegt und damit innerhalb der Anbauverbotszone, in der nicht gebaut werden dürfe. 

Einwände kamen auch vom Staatlichen Bauamt Freising. Die Erschließung sei nicht gesichert, weil eine Zufahrt von der B 471 nicht angelegt werden dürfe. Alfons Meßner (CSU) meinte: „Prinzipiell unterstütze ich derartige Vorhaben von Berufskollegen. In diesem Fall sehe ich aber erhebliche Probleme mit der Erschließung. Auch 40-Tonnen-Lastwagen müssen zufahren können. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ Problematisch sei auch die Abwasserbeseitigung, führte die Verwaltung an. Dies könnte zwar eine Kleinkläranlage auf dem Grundstück lösen oder ein Anschluss an den Kanal, den der Bauherr zahlen müsse. „Das wird aber teuer, weil eine lange Strecke zurückgelegt werden muss“, sagte Klostermeier. 

Hechl meinte: „Mir fällt auf, dass wir hier anders vorgehen als in anderen Fällen. Die Erschließung muss nicht beim Antrag auf Vorbescheid nachgewiesen werden, sondern erst beim Bauantrag.“ Die Mehrheit der Gemeinderäte beschloss daraufhin, zunächst das Landratsamt prüfen zu lassen, ob die Erschließung funktionieren könnte.

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