Landwirte im Landkreis gehen leer aus

- Ortsobmann Weiß klagt über schlechte PR

Landkreis (agm) - Die Trockenheit im Jahr 2003 hat nicht etwa zu Hochwasser in den Geldbeuteln der Bauern im Landkreis München geführt. Ebbe war eher angesagt. Was die Zuschüsse des Bundes an von der Trockenheit betroffene Landwirte betraf, saßen die Bauern auss dem Landkreis München noch mehr auf dem Trockenen. Kein einziger Antrag sei durchgekommen, berichtete Bauernverbands-Kreisobmann Peter Seidl bei der jüngsten Landwirte-Gebietsversammlung in Kirchheim. "Da hätte man schon so krank sein müssen, wie eine LPG im Osten." Es seien nur Betriebe unterstützt worden, die keinerlei Nebeneinkünfte aufweisen konnten. Somit seien die vielen Nebenerwerbslandwirte in Stadt und Landkreis München aus dem Zuschusstopf schon rausgefallen.

"Wir müssen uns aber von Bürgern schwach anreden lassen. So etwa: Was wir aus der Trockenheit für einen Gewinn geschlagen hätten", ärgerte sich der Kirchheimer Ortsobmann Franz Weiß. Solch schlechte Öffentlichkeitsarbeit habe man Bauernpräsident Gerd Sonnleitner zu verdanken, der lautstark Zuschüsse von der Bundesregierung gefordert habe. Was aber für die Diskussion über das Agrarstrukturgesetz wichtig gewesen sei, verteidigte Seidl Sonnleitners Vorgehen vehement.

Die Forderungen im Rahmen der Witterungs-Sondersituation 2003 habe man nutzen können. Immerhin sei Deutschland ja auch das einzige Land der EU, das noch keine Versicherung gegen Trockenheit habe. Nun hoffe man, dieses fehlende Versicherungsmodell für die Landwirtschaft auch in Deutschland endlich einmal durchzubringen. In Frankreich seien die Bauern so abgesichert, dass sie selbst vor Preisschwankungen des Marktes geschützt werden, berichtete Seidl.

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