Kampf gegen den asiatischen Laubholzbockkäfer

Ministerium entscheidet: Zuschuss für alle Fällungen

Neubiberg - Der Knoten ist gelöst, die Gemeinden bleiben nicht auf den Kosten für die Fällungen von Bäumen sitzen, die vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen sind, oder in diesem fatalen Verdacht stehen.

Das Bayerische Landwirtschaftsministerium hat entschieden: Mit den 100 000 Euro, die die Gemeinden auf Antrag als freiwillige Zuwendung erhalten, dürfen sie Fällungen bezahlen – auch auf privaten Grundstücken. „Das ist eine tolle Nachricht“, sagt Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FWN@U), „genau die Entspannung, die wir haben wollen“. Heyland und andere Neubiberger Gemeindepolitiker hatten zuletzt arg beklagt, dass das Geld nicht für Fällarbeiten auf Privatgrundstücken verwendet werden könne. Auf den Kosten dafür wäre die Gemeinde, die sich um die organisatorische Abwicklung aller Fällungen auf ihrem Gebiet kümmert, demnach sitzen geblieben. „Und das ist der größere Teil“, sagt Heyland. Nun aber sei es „toll, dass der Minister Helmut Brunner Wort gehalten hat“. Etwas anderes habe er aber auch zu keiner Zeit erwartet, betont Neubibergs Bürgermeister. Sowohl Minister Brunner als auch Jakop Opperer, der Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) , hätten stets klargemacht, dass es ihre Intention sei, unkompliziert zu helfen. „Aber Verwaltungsvorschriften lauten eben manchmal anders.“ Bei der LfL weiß man das. Eigentlich seien die Kosten für die Fällungen per se nicht förderfähig, erklärt Stefan Trötschel, Leiter der Abteilung Förderwesen und Fachrecht. Denn das Wesen einer staatlichen Anordnung sei widersprüchlich zur Bezahlung aus Steuergeldern. „Es gibt ja auch kein Geld dafür, dass man bei Rot nicht über die Ampel fährt.“ Allerdings gebe es in diesem Fall konkurrierende Interessen, schließlich will man den Käfer ausrotten. Deshalb sei entschieden worden, dass nun auch Kosten für die Fällungen geltend gemacht werden können. Am Dienstag habe seine Abteilung die Nachricht aus dem Ministerium erhalten, sagt Trötschel. LfL-Sprecherin Sabine Weindl stellt die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen in den Vordergrund: „Uns ist daran gelegen, dass die Gemeinden ihre Maßnahmen zügig abwickeln können, damit wir den Winter effektiv nutzen.“ Bis März sollen die Fällarbeiten in Neubiberg schließlich erledigt sein.


Sebastian Horsch

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