Lebensretter und "Glücksfälle" für die Gemeinde

- Rathaus-Chef Walter Gigl ehrt engagierte Sauerlacher

VON SASCHA BERNHARDT Sauerlach - "Ehrenamtliche Tätigkeit ist für eine Gesellschaft unverzichtbar." Mit diesen Worten leitete Sauerlachs Bürgermeister Walter Gigl (CSU) den Hauptprogrammpunkt des Bürgerempfangs ein. "Wir wollen hier Menschen ehren, die das praktizieren, wovon andere nur reden", sagte er. Gerade in Zeiten großer Umbrüche müsse es Vorbilder geben, die Orientierung böten. "In Sauerlach ist es jedenfalls um die Kultur des Ehrenamts gut bestellt", freute sich der Rathaus-Chef.

Zehn Gemeindebürger wurden mit dem neu gestalteten Ehrenteller ausgezeichnet, darunter zwei Feuerwehrleute, Andreas Englberger und Norbert Hohenleitner, die einem bewusstlos zusammengebrochenen Mann zur Hilfe gekommen waren. Ihr schnelles Eingreifen ermöglichte es dem Arzt Christopher Andratschka, dem Bewusstlosen das Leben zu retten. Andratschka wurde zusammen mit den beiden Feuerwehrleuten ausgezeichnet.

Nicht weniger beeindruckend war der Einsatz der Lehrerin Antje Ehmer, die einen Autounfall auf der B 13 bei Arget beobachtet hatte: Sie brachte drei Leichtverletzte aus dem Gefahrenbereich und leistete Erste Hilfe, bis die Feuerwehr eintraf. Da Ehmer laut Gigl als "Vollblutlehrerin" bekannt ist, nutzte der Bürgermeister den Anlass, um auf den mangelnden Respekt der Gesellschaft vor der Arbeit der Lehrer hinzuweisen.

Schließlich folgten einige "Institutionen" der Gemeinde: So nannte Gigl unter anderem die langjährige Leiterin der Bücherei, Elfriede Bergold. "Sie ist seit der Gründung dabei", sagte er. Den Ehrenteller habe sie mit 25 Jahren ehrenamtlicher Arbeit wahrlich verdient. Als "personifizierte Volkshochschule" wurden Hartmut und Sigrid Heßler ausgezeichnet, die seit der Gründung mit dabei sind. Ein weiteres "Urgestein" ist das Vorstandsmitglied der Musikschule: Karl Schilffarth engagiert sich seit 1973 im Vorstand. Ebenfalls für ihre Liebe zur Musik bekannt ist Traudl Fröhlich, die sich in der Pfarrgemeinde St. Michael in Arget verdient gemacht hat.

Schon im Alter von 16 Jahren war der geehrte Josef Gradl bei der freiwilligen Feuerwehr. Mit 22 kam der dann zur Sauerlacher Feuerwehr. "Ein Glücksfall für Sauerlach", lobte Gigl den langjährigen Feuerwehrkommandanten, der auch zahlreiche Ehrenämter in andern Gemeindebereichen innehatte.

Als Vorbild für die Jugend wurde auch der 20-jährige, sehr erfolgreiche Kunstschmied Benedikt Öckler geehrt. "Nachmachen erlaubt, ja erwünscht", sagte Gigl. Er rief zum Schluss auch die Verdienste Verstorbener in Erinnerung. "Die Botschaft lautet: Tut anderen Gutes und es tut euch gut."

Auch interessant

Kommentare