Lehrreicher Einblick ins Buch der Bücher

- Wertvolle Exponate bei Bibelausstellung im Pfarrheim

VON WOLFGANG ROTZSCHE Siegertsbrunn - "Suchen. Und Finden." Die Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Deutschland hat 2003 zum "Jahr der Bibel" erklärt. Anlässlich des Bibelsonntags lud der Pfarrverband Höhenkirchen-Siegertsbrunn zu einer Bibelausstellung ins Pfarrheim St. Peter in Siegertsbrunn ein.

Mit einem Empfang, zwei Filmnächten und entsprechend gestalteten Pfarrgottesdiensten wurde die Ausstellung umrahmt. Mittelpunkt war das Buch der Bücher. Anhand von Schaumaterial wurde die Entstehungsgeschichte der Heiligen Schrift vorgestellt. Vor allem legte das Vorbereitungsteam, das für die Erwachsenenbildung im Pfarrverband verantwortlich zeichnet, Wert auf die Produktion der Bibel. Faksimiles einer Qumranrolle und mittelalterliche Kodizes gaben einen Einblick in frühere Aufzeichnungsarten.

1947 wurden die Qumran-Texte durch Zufall in Höhlen am Toten Meer gefunden. Sie datieren ins zweite Jahrhundert vor Christus. Von der Papyrusrolle über das Pergamentpapier bis hin zum Buchdruck wurde in Siegertsbrunn präsentiert, wie die Bibel Eingang in die Kulturen gefunden hat. Insbesondere Klöster, aber auch Bischofssitze galten im Mittelalter als "Produktionsstätten" der Heiligen Schrift.

Aufwändige Handschriften

Hannelore Waich, die wesentlichen Anteil an dieser Ausstellung hatte, zeigte aufwändige Handschriften als Faksimile. Es waren im Mittelalter unzählige Schritte notwendig, um einen Band mit Bibeltexten zu erstellen.

Dem Buchdruck und dem Reformatoren Martin Luther war ebenfalls ein Teil der Ausstellung gewidmet. Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche hatte im 16. Jahrhundert einen durchschlagenden Erfolg, teilweise bis in unsere Zeit hinein.

Heutzutage gibt es ganze Kataloge mit Ausgaben der Bibel in den verschiedensten Übersetzungen und Variationen. Diese Tatsache verschrieb sich der zweite Teil der Ausstellung. Pfarrverbandsangehörige stellten ihre wertvollen Stücke aus. Das älteste Werk stammt von Pfarrer Anton Wolf. Seine Heilige Schrift datiert ins Jahr 1691. Zudem steuerte der Seelsorger noch weitere Bibeln bei. Die Ausgabe von Hans Guggenberger erschien 1737. Der Höhenkirchner erwarb das Exemplar vor vielen Jahren auf einem Flohmarkt in Straßburg.

Weitere Bibelausgaben zeigten den Werdegang in den vergangenen 200 Jahren. Darunter befanden sich aber auch nicht biblische Werke. Heutzutage gibt es Bibelausgaben, die textlich auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten sind, denen Kunstdrucke bekannter Künstler beigefügt sind oder die sich an den Urtexten orientieren. Auf einer Tafel waren sechs Gründe vermerkt, warum die Bibel zu lesen ist. Einer lautete: "Die Bibel ist ein Buch des Glaubens, aber kein Buch für Gläubige!" So mancher würde sich wundern, wie oft er biblische Sprüche verwendet. Deswegen mag wohl ein weiterer Spruch als kleine Mahnung zu verstehen sein: "Bibelarbeit heute ist immer noch Pionierarbeit!"

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Transparenz ist nicht erwünscht“: Verwaltung will Informationsrecht der Bürger aufheben
Im Kirchheimer Gemeinderat formiert sich Widerstand gegen einen Vorschlag der Rathausverwaltung. Diese will das Informationsrecht der Bürger aufheben.
„Transparenz ist nicht erwünscht“: Verwaltung will Informationsrecht der Bürger aufheben
Im Streit ums Further Bad glätten sich die Wogen
Gewaltig rumort hatte es Ende vergangenen Jahres im „Verein Freunde Bad Furth“. Am Montag, 6. Juli,  hat der Badverein Susann Kosmalla zur neuen Vorsitzenden gewählt - …
Im Streit ums Further Bad glätten sich die Wogen
Nur per PayPal ins Freibad? Senioren stehen wegen Corona-Regeln ratlos am Eingang - „Hatten keine Chance“
Das Unterhachinger Freibad hat wieder geöffnet. Doch rein darf nur, wer vorher über PayPal online ein Ticket bucht. Das stößt Besuchern übel auf. Vor allem Ältere fühlen …
Nur per PayPal ins Freibad? Senioren stehen wegen Corona-Regeln ratlos am Eingang - „Hatten keine Chance“
Party, Müll und überall Stand-Up-Paddler: Immer mehr Ausflügler belagern Sport-Anlage im Münchner Norden
Die Regattaanlage Oberschleißheim wird in Zeiten von Corona noch stärker zum Ausflugsziel. Die Polizei musste Party-Gruppen auflösen, dazu kommen Klagen über Müll und …
Party, Müll und überall Stand-Up-Paddler: Immer mehr Ausflügler belagern Sport-Anlage im Münchner Norden

Kommentare