Erfolgsgeschichte am Stammtisch: 1979 erreicht Schützenmeister Leo Wabro (l.), dass die Zahl der Schießstände vervierfacht wird. Hier verhandelt er mit dem ehemaligen Bürgermeister Helmut Karl und Sepp Biller. Foto: fkn

Letzte Ruhe für einen Unermüdlichen

Garching - Ehrenschützenmeister Leo Wabro aus Garching ist im Alter von 84 Jahren verstorben

Zupacken, das konnte Leo Wabro. Energisch, planvoll, unermüdlich. Ein Multitalent, auf dem Bau war er jeder Aufgabe gewachsen und wusste immer eine Lösung. Davon zeugen das Haus des ehemaligen Poliers, das er Anfang der 70er in Garching Ost eigenhändig gebaut hat, und die drei Häuser seiner Söhne Leo, Günter und Rainer im Baugebiet Riemerfeld in Garching. Bei deren Planung und Entstehung war Leo Wabro senior zugleich Antreiber, Bauleiter und erster Handwerker in allen Sparten. Jetzt ist der Unermüdliche von einer höheren Macht zur Ruhe gerufen worden. Im Alter von 84 Jahren ist Leo Wabro verstorben.

Neben seiner Frau Hilde, den Söhnen und deren Familien und vielen Freunden trauert die Schützengesellschaft Eintracht Garching. Die hat er als 1. Schützenmeister lange Jahre geleitet, hat sie vorangetrieben und soviel erreicht, dass ihn seine Mitglieder zum Ehrenschützenmeister ernannt haben.

Als Flüchtlinge aus Böhmen sind die Wabros Anfang der 50er Jahre nach Garching gekommen. Der gelernte Zimmerer Leo Wabro musste sich und seiner Familie buchstäblich alles selbst aufbauen. Als Polier hat er gearbeitet, später wechselte er zur Stadtverwaltung Garching, leitete den Bauhof und das moderne Klärwerk.

Bei Eintracht Garching wurde der kaum Zugezogene gleich bei der ersten Wahl 1953 zum 1. Schützenmeister gewählt. 1962 hat er für eine eigene Fahne gesorgt und die Weihe organisiert. Leo Wabro hat vorangetrieben, dass Frauen dem Verein beitreten konnten und die Jugendarbeit angeschoben.

Unter seiner Führung wurde die Eintracht zum gesellschaftlichen Faktor im Ort. Die Schützen haben sich 1974 gleich bei der ersten Bürgerwoche am dreitägigen Straßenfest beteiligt. Beim Bau des Bürgerhauses hat Leo Wabro erreicht, dass für die Schützen im Keller zwölf Schießstände eingebaut wurden. Vorher, im Gasthof zur Post, hatten sie drei. Bei der 100-Jahr-Feier des Vereins 1981 stand die Eintracht ganz anders da als zu der Zeit, als Leo Wabro die Führung übernommen hatte.

In ihrem Schützenmeister hatten die Mitglieder - und nicht nur die - auch einen ungemein hilfsbereiten Freund. Hatte jemand Probleme am Haus: Leo Wabro packte sein Werkzeug ein und kam. „Er hatte die Gabe, mit allen Materialien umgehen zu können“, sagt Walter Fölsner, 40 Jahre lang 2. Schützenmeister. „Leo hat gearbeitet - ins Unendliche“. Wobei Wabro auch in geselliger Runde gemütlich beim Bier sitzen konnte. Wenn die Arbeit erledigt war.

Die Trauerfeier ist am Freitag, 14. September, um 14.30 Uhr in der alten Kirche St. Katharina in Garching; anschließend Beisetzung auf dem neuen Friedhof am Römerhofweg. (gü)

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