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Wie ein Licht im Herzen: Adventssingen der Roaga Buam

Ismaning - Das Licht war sanft gedimmt. Doch alle Herzen im voll besetzten Bürgersaal wurden hell erleuchtet von der Atmosphäre beim Adventssingen der Roaga Buam. Denn Sprecher Martin Wieland setzte zwischen Liedern und zartem Gesang ungewöhnliche Akzente.

Martin Wieland (44), Religionslehrer aus Deisenhofen, sieht mit seinem Bart und langem Haar aus wie ein Jesus im Passionsspiel. Er ist ein beliebter Sprecher beim Bayerischen Rundfunk, und in Ismaning fragte er nach der Menschlichkeit „in uns selbst“, nach der „Herbergssuche“ heute, dem Umgang mit denen, die nach Hilfe fragen, ob Asylbewerber oder Nachbar und nächste Menschen. „Wir haben die Menschlichkeit doch institutionalisiert“, betonte er mit seiner tiefen Stimme, die jeden Besucher im Innersten traf. „Wir denken, es gibt doch die Caritas, die Bahnhofsmission, die professionelle Altenhilfe.“ Aber müsse der Advent, das Warten auf die Ankunft des Herrn, nicht wieder mehr sein als eine oftmals leider sinnentleerte Brauchtumshülse, mehr als kommerzieller Kerzenschein und Musik aus Lautsprechern? Advent solle zurück zur Menschlichkeit in jedem Einzelnen führen: „Was mache ich, damit es im Innern hell bei mir wird, damit ich bei mir die innere Leere auffülle?“ Da dürfe das Kletzen-Früchtebrot nicht als weihnachtliches Gourmeterlebnis gesehen werden, sondern vor allem spirituell als das Licht, die Sonnenstrahlen, die über die verarbeiteten Früchte nun helfen, der Dunkelheit zu trotzen.

Aufmerksame Stille, Gerührtheit, das ist längst Tradition beim beliebten und gefühlvollen Adventssingen des Trachtenvereins D'Roaga Buam Ismaning unter Leitung von Helmut Rosenmüller. Heuer aber rührte es jeden einzelnen Besucher sehr persönlich. Neben dem schönen Musikprogramm waren es vor allem die Worte mit theologischem Inhalt. Das lobte hinterher auch Pfarrer Markus Brunner, selbst Gast des Abends. Dazu passte auch der Auftritt der Jugendgruppe D’Roaga Buam, die in ihrem Hirtenspiel das alttestamentliche Sehnen nach Licht und dem Erlöser, die Begegnung der Hirten mit dem Licht der Welt, aufgriffen.

Mit Martin Wieland gab es auch musikalisch Premieren beim Adventssingen. Das war nämlich nicht nur in der Liebe zur alpenländischen Musik im übertragenen Sinn ein familiäres Treffen, sondern leibhaftig Familie auf der Bühne. Wielands Bruder Sepp spielte mit seinen Flintsbacher Saitenbläsern. Bei der jungen Hirschbachmusi zeigte seine Nichte Veronika Gruber als studierte Zither- und Harfespielerin an der Harfe ihr Können. Die Hirschbachmusi steht für traditionelle Stubnmusik.

Auch beim Auftritt des Dreigesangs der Geschwister Hampel erlebten Martin Wieland und die Zuhörer ein familiäres Treffen: Wielands Nichten Balbina (25), Johanna (23) und Franziska (20). Sie pflegen gekonnt das Liedgut der berühmten Kathi Greinsberger, die Pionierin für viele neue, von ihr selbst geschriebene alpenländische Volksmusiklieder, die sie so erfolgreich mit ihren Freundinnen im Stanglwirt in Fischbachau vortrug. Erstmals kam nach Ismaning auch die Schladl Musi, ein Bläserquartett aus Altötting.

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