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Unter neuem Dach findet das Lichterfest Oberschleißheim am Bürgerplatz statt.

Am Bürgerplatz Oberschleißheim

Lichterfest: Neuer Ort, neuer Glanz - und ein Ärgernis

Alles anders: Erstmals fand das Lichterfest am Bürgerplatz in Oberschleißheim statt. Großes Thema beim Fest: der Streit um die Ortsmitte am alten Festort am Stutenanger. 

Oberschleißheim – Ein Regenbogen in der Vorweihnachtszeit. Darüber ein Abendhimmel, als hätte ein übermütiger Impressionist seinen Tuschekasten über dem Bürgerplatz ausgeschüttet. Geradezu andächtig bewunderten die Oberschleißheimer das Schauspiel am Himmel, das sich ihnen zum Auftakt des Lichterfests bot. Dieses war nicht nur wegen des Himmels heuer etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal luden Quartiersmanagerin Marga Mitterhuber und „Soziale Stadt“-Sprecher Tilo Klöck die Oberschleißheimer zum Fest am Bürgerplatz. In neuem Gewand an neuer Stelle.

„Angekommen, wo es hingehört“

„Das Lichterfest ist dort angekommen, wo es hingehört“, sagte Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW). Weg vom Stutenanger und vor allem weg vom Rewe, schob der Bürgermeister entschlossen nach: „Doch Rewe ist immer noch da.“ Zwölf Monate, nachdem Oberschleißheim die sehnlichst erwartete neue Ortsmitte bekommen sollte, befindet sic h der Discounter noch immer an Ort und Platz. „Das ist das einzig Traurige an diesem Tag.“ 

Denn beim Lichterfest vor einem Jahr war Kuchlbauer überzeugt, dass die Arbeiten für die neue Ortsmitte Ende dieses Jahres weitgehend abgeschlossen sind. Doch weit gefehlt, Rewe gibt den Platz zum Ausbau der Ortsmitte nicht frei.

Mathilde und Clemens Schmid schauen sich das Fest an.

Mathilde (86) und Clemens Schmid (87), seit 64 Jahren verheiratete Oberschleißheimer, sind ebenfalls der Ansicht, dass es mit der Ortsmitte ruhig ein wenig schneller gehen könnte. Während sich Ehemann Clemens, Bruder des vor zwei Jahren verstorbenen Alt-Bürgermeisters Hermann Schmid, einen Rest Zuversicht bewahrt, dass Rewe bald den Ausbau der Ortsmitte freigibt, beschleichen seine Frau Zweifel: Besonders der Anblick des Stutenangers macht Mathilde Schmid zu schaffen. Keine Apotheke, kein Schreibwarenladen, keine Bäckerei. „Das mit der Ortsmitte, das gehört anders gemacht“, meint die rüstige Seniorin. 

Leuchtende Zauberwürfel

Was die neue Ortsmitte betrifft, hat auch Tilo Klöck genaue Vorstellungen. Das daraus seit Jahren nichts wird, treibt den Sprecher des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ um. Doch bevor er seinen Ärger los wird, taucht er ein in das Lichterfest, deutet auf transzendent leuchtende Zauberwürfel, auf seidene Fahnen, hergestellt von Grundschülern aus der Parksiedlung. Er lobt die Standbetreiber des zeitgleich stattfindenden Wochenmarkts für ihr Engagement, Elternbeiräte beider Grundschulen, das Jugendzentrum Planet O. „Sie alle leisten heute ihren Beitrag.“

Riesenkritik an Rewe

Denkt er dagegen an den Stutenanger, wo bis 2017 das Lichterfest gefeiert wurde, befällt ihn Traurigkeit: „Da glotzen Dich bloß leere Schaufenster an.“ Klöck empfindet es als Zumutung, was Rewe die Anwohner des Stutenangers ertragen lässt. „Das wirft kein gutes Licht auf den Konzern.“

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