Als Pforte zur Habenschadenstraße sollen zwei Linden an der Einmündung zur Jaiserstraße sowie ein Baum im Südosten Richtung Hochleiten stehen bleiben. foto: mel

Linden werden nun doch gefällt

Pullach - Die Linden-Allee in der Habenschadenstraße muss laut eines Gemeinderats-Beschlusses weichen, nur drei Bäume können stehen bleiben

Auf beiden Seiten der Habenschadenstraße sollen nun doch Lindenbäume gefällt werden. So lautet der Beschluss des Pullacher Gemeinderats. Als Pforte zur Habenschadenstraße sollen zwei Linden an der Einmündung zur Jaiserstraße sowie ein Baum im Südosten Richtung Hochleiten stehen bleiben.

In der Dezember-Sitzung war bereits der Ausbau der Habenschadenstraße beschlossen worden. Die Wahrscheinlichkeit, die beidseitig bestehende Allee dabei erhalten zu können, wurde als gering eingeschätzt. Gemeinsam mit der Gemeinde entwickelte das beauftragte Ingenieursbüro die Lösung, über die jetzt im Gemeinderat abgestimmt wurde. Diese sieht vor, den Straßenverlauf nach Westen zu verschieben, um so zumindest die Lindenbäume an der Ostseite der Habenschadenstraße zu erhalten (wir berichteten). Die Wasserleitung soll stillgelegt werden.

Mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat, den Straßenausbau dementsprechend durchzuführen. Durch die Verschiebung der Straße nach Westen vergrößert sich der Wurzelraum für die Bäume auf der Ostseite. Dort werden auf diese Weise gute Pflanzbereiche geschaffen, und der Wurzelraum der Bäume mit einer Abdeckung aus Gusseisen geschützt. Dennoch entschied sich der Gemeinderat mit 17 Stimmen für eine Fällung der jetzigen Allee. Auf der Ostseite ist nach der Straßenbaumaßnahme eine Neupflanzung von elf Bäumen, möglicherweise einer kleineren Lindensorte, geplant.

Grund für diese Entscheidung war ein Ortsbesichtigungstermin und Gespräche mit den Anwohnern. Vor Ort zeigte sich, dass ein Großteil der Bäume vorgeschädigt und teilweise sogar hohl ist. Erhaltenswert seien maximal sechs Bäume, fasste Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) zusammen. Zu dieser Einschätzung sei ebenfalls ein Experte vom Bund-Naturschutz gelangt. Darüber hinaus habe sich die Mehrheit der anwesenden Anwohner für eine „saubere und ordentliche Lösung“, also eine Nachpflanzung, ausgesprochen. Auch rein optisch sei eine Neubepflanzung die schönere Alternative. Die Straßenbaumaßnahmen selbst werden hier begrüßt. Besonders in Altbauten berichteten Anwohner von rostigem Wasser. Außerdem haben sich rund dreiviertel der Anwohner für einen Geothermieanschluss entschieden. Auch die anfallende Arbeit durch das fallende Laub und verklebte Autos ist durchaus ein Thema für die Betroffenen. Dass die „Güterabwägung“ in diesem Fall zugunsten des „persönlichen Wohlbefindens“ der Anwohner ausfallen müsse, waren sich nicht nur die Fraktionsvorsitzenden Andreas Most (CSU) und Reinhard Vennekold (WIP) einig.

In zahlreichen Alleen in Pullach stehen ebenfalls einige ältere Bäume, die regelmäßig auf ihre Standfestigkeit und Sicherheit hin geprüft werden müssen. Nun könnte es sein, dass auch dort der ein oder andere Alleebaum gefällt werden muss. Eine entsprechende Untersuchung soll laut Tausendfreund in naher Zukunft im gesamten Gemeindegebiet durchgeführt werden. mel

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