Stärken, Schwächen, Möglichkeiten, Gefahren – die Ottobrunner Schüler analysieren alles und rücken den Unternehmen auf den Leib. foto: fkn

Lockere Geschäfte

Ottobrunn - Schüler beraten Unternehmen. Klingt ungewöhnlich. Aber bei „Business@School“ wird genau das verlangt. Das Projekt ist eine Initiative der „Boston Consulting Group“. Die Schüler der elften Jahrgangsstufe des Gymnasiums Ottobrunn nehmen im Rahmen eines Projektseminars daran Teil.

Die Gymnasiasten, insgesamt vier Gruppen, gingen an mittelständische Unternehmen. Die Aufgabe war, die Firmen in einer Präsentation vorzustellen, die Stärken und Schwächen herauszufinden und zu sagen, was man besser machen kann. Ein anspruchsvoller Job für die 16- und 17-Jährigen.

Eine sechsköpfige Jury, darunter Schuldirektor Achim Lebert, verschiedene Vertreter aus der Wirtschaft sowie der Maschinenbaustudent und ehemalige Schüler des Gymnasiums, Lennart Karstensen, haben die Präsentationen der Ergebnisse bewertet.

Die erste Gruppe hatte die Firma Arithnea besucht. Das Unternehmen erstellt Onlineauftritte für Großunternehmen. Die Analyse der Schüler ergab Schwächen bei der Kundenstruktur und Stärken bei den Online-Shops, die Arithnea produziert.

Nach ihrem Vortrag mussten sich die Oberstufler kritische Nachfragen von der Jury gefallen lassen. Was denn mit dem Web 2.0 wäre, wie sei da die Firma aufgestellt, wollte Direktor Lebert wissen. „Die machen wenig über Facebook, das ist aber auch nicht das Aufgabenfeld der Firma“, antwortete Schüler Jan Degen souverän.

Die zweite Gruppe untersuchte die Schreinerei Vordermaier. Sie sah Schwächen in der Raumnutzung und der Erreichbarkeit, dafür sei das Familienunternehmen bei seinen Kunden sehr beliebt. Die anderen beiden Teams nahmen die Tanz- und Musikschule Ottobrunn und die eigene Schulmensa unter die Lupe. Die Mensa arbeitete noch nie wirtschaftlich, darin waren sich die Schüler einig.

Die vier Teams werden im Kurs benotet, jede der Präsentationen zählt soviel wie eine Klausurnote. Dazu gibts noch Einzelfeedback von der Jury.

„Das ist ein komplett anderes Arbeiten“, sagte Nesbeda. „Die Teamarbeit, die Aufteilung der Aufgaben und das eigenständige Finden von Ideen ist eine große Herausforderung für die Schüler.“ Gerade Schüler, die im Unterricht unauffällig seien, wüchsen oft über sich hinaus.

Jetzt geht es für die Ottobrunner Schüler in Phase drei. Hier müssen sie eine eigene Geschäftsidee entwickeln. „Das ist mit Abstand die spannendste, aber auch riskanteste“, sagt Nesbeda. „Alles steht und fällt mit einer guten Idee.“

Die Schüler treten gegeneinander an. Ein Jahr in einem schulinternen Wettbewerb, dann gibts eine regionale Ausscheidung - die Gymnasien Unterhaching, Pullach und Kirchheim sind mit dabei - dann eine internationale. „Der Wettbewerb ist das, was die Schüler am meisten motiviert“, sagt Nesbeda. Vor einigen Jahren hat Ottobrunn die Europaausscheidung gewonnen - mit einem Schlepplift für Snowboardfahrer.

kmm

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