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Lothar Setzt, Herta Riedhammer und Simona Kraus (v.l.).

Das neue VHS-Programm liegt vor

Deutschkurs verlangen der VHS alles ab

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Landkreis - Dreimal wöchentlich Deutsch – Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben, bekommen intensive Sprachangebote. Der Unterricht für die Flüchtlinge stellt die Volkshochschule jedoch vor Herausforderungen, denn die Ankunft der Kursteilnehmer ist nicht langfristig planbar. Improvisation ist gefragt.

Auf 210 Seiten sind 1450 Veranstaltungen zusammengefasst. In den nächsten Tagen verteil die Volkshochschule (VHS) Nord in den Mitgliedskommunen Garching, Ismaning, Unterföhring und Unterschleißheim das neue Programm für das Semester Frühjahr/Sommer 2016. Nicht ohne Stolz betont der VHS-Leiter Lothar Stetz, dass die 27 000 geplanten Unterrichtsstunden mit jeweils 45 Minuten Dauer „ein großstädtisches Programm“ abbilden. Rund 45 000 Menschen sind als Teilnehmer registriert, alle sollen sich in den vielfältigen Angeboten wiederfinden.

"Populistischen Diskussion" entgegenwirken

Stetz betonte auch, dass Kurse bei der VHS Nord auch mit geringen Zahlen wie etwa fünf Teilnehmern abgehalten werden. Ein Ziel bei der Konzeption des neuen Programms ist für Stetz auch, mit Filmen und Ländervorträgen „die populistische Diskussion in der Flüchtlingsthematik zu unterwandern“. Der Deutschunterricht für die Flüchtlinge ist eine Herausforderung, die der VHS alles abverlangt. Lothar Stetz erklärt, dass es keine langfristig verlässlichen Ankunftszeiten für Flüchtlinge gibt und Kurse so nicht wirklich geplant werden können. „Wir sehen uns verpflichtet, die Gemeinden zu unterstützen“, sagt er. 

Bunt gemischte Kurse

Simona Kraus, die Bereichsleiterin der Integrationskurse, erklärt, dass die Asylbewerber mit Bleibeperspektive dreimal wöchentlich unterrichtet werden und aufbauende Angebote unterbreitet bekommen, um an ein eigenständiges Leben herangeführt zu werden. Stetz hat bisher mit den Flüchtlingen im Münchner Norden besondere Erfahrungen gemacht, auch wegen des Bildungsgefälles in den bunt gemischten Kursen: „Da sitzt ein Mensch, der erst ein Jahr Koranschule besucht hat, neben einem Ingenieur. Für uns ist das ein Riesenspagat, aber die Leute sind ausgesprochen bildungsinteressiert.“ Ein wesentliches Thema der Volkshochschule sind auch die Neubauten. Leiter Stetz freut sich sehr auf das neue Haus in Unterföhring, „das die Gewichtung innerhalb der Mitgliedskommunen verschieben wird“. In diesem Jahr soll der Bau gegenüber dem S-Bahnhof begonnen werden. Der VHS-Neubau wird neue Möglichkeiten bieten und auch aus angrenzenden Stadtteilen wie Oberföhring oder Johanneskirchen Teilnehmer anlocken.

Teilnehmerrückgang in Garching befürchtet

Sorgen bereitet die stockende Situation in Garching. Der Neubau steht in den Sternen und der Zustand des alten Rathauses wird immer schlechter. „Vor zwei Jahren hätte ich mich optimistisch geäußert“, sagt Stetz, „aber jetzt wage ich keine Prognose mehr“. Der Unterföhringer Neubau werde Interessenten aus Garching abziehen. Stetz verweist darauf, dass nach dem Bezug der Ismaninger Seidlmühle die Kursnachfrage massiv gestiegen sei. Er möchte aber in allen vier Kommunen attraktive Angebote unterbreiten. Mit Fertigstellung des Neubaus in Unterföhring sei aber klar, dass Garching gegenüber den Nachbarn räumlich extrem abfallen werde.

Nico Bauer

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