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Stau am Bahnübergang: Im Schnitt 37 Minuten pro Stunde ist die Schranke in Oberschleißheim geschlossen.

Bahnübergang an der B471 Oberschleißheim

Hoffnungsschimmer am Bahnübergang

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Oberschleißheim - Einstimmig haben die Oberschleißheimer Gemeinderäte eine Fortschreibung der Machbarkeitsstudie zur Bahn im Trog beschlossen. Zusammen mit dem Landkreis möchte die Gemeinde herausfinden, wie eine Lösung aussehen könnte, bei der die Bahnschranke an der B 471 verschwindet und der Bahnhof tiefer gelegt wird.

Die jüngste Machbarkeitsstudie stammt aus dem Jahr 2010. Sie sieht einen Trog rund um die Bahnschranke vor. Die Kosten hatten die Gutachter damals auf rund 90 Millionen Euro geschätzt. In der neuen Untersuchung wird der Bahnhof im Trog mitgeprüft. Oberschleißheims Bürgermeister Christian Kuchlbauer (Freie Wähler) rechnet für diese Lösung mit Kosten von etwa 200 Millionen Euro. „Wir wollen die Ergebnisse bald haben, weil das Zeitfenster nicht allzu groß ist“, sagte er. Die Schranke an der B 471 muss binnen der nächsten zehn Jahre technisch erneuert werden. Derzeit ist der Bahnübergang pro Stunde durchschnittlich 37 Minuten geschlossen. Nimmt der Bahnverkehr in den kommenden zehn Jahren weiter zu, könnte die Schranke dann 50 Minuten pro Stunde geschlossen sein. Unterstützung erhält die Gemeinde bei ihrem Ansinnen durch den Landkreis. Er will 50 Prozent der Kosten für die Fortschreibung der Machbarkeitsstudie übernehmen. 

Dass wieder Bewegung in die Sache kommt, freut Peter Benthues (78), Benno Reuter (75), Ernst Kalkbrenner (79) und Anton Kästel (66). Sie engagieren sich bei der Bürgerinitiative „Bahn im Tunnel“ (BIT), die seit 26 Jahren um eine Lösung für Ober- und Unterschleißheim kämpft.

Peter Benthues, seit 2004 Vorsitzender der Bürgerinitiative, ist zuversichtlich, dass Bewegung in den Oberschleißheimer Traum kommt. „Der Druck hat sich erhöht“, sagt er mit Blick auf die steigende Zahl prominenter Mitstreiter. Unter anderem klinken sich der Landkreis, die in Oberschleißheim expandierende Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Flughafen München in die Diskussion um eine auf möglicherweise vier Gleise ausgebaute Bahnstrecke im Trog ein. „Wir haben mehr Verbündete als je zuvor“, sagt der Vorsitzende der knapp 500 Mitglieder starken Bürgerinitiative. Unterföhring, Ismaning oder zuletzt Neu-Ulm hätten gezeigt, wie die Bahn unter die Erde gebracht werden kann.

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